Destitute auf der Blizzcon 2009 – ein Erlebnisbericht

Blizzcon 2010

Der Tag vor der BlizzCon 09 – Blizzard HQ & lange Schlangen

Noch bevor die BlizzCon gestartet war, gab es am Donnerstag das erste Schmankerl für uns als eingeladene Presse: Es ging per Bus ins Blizzard Headquarter nach Irvine!Blizzcon 2010
Nach der Ankunft auf dem Blizzardgelände und etwas Warten im Eingangsbereich ging es auch gleich los und alle drängten in den hauseigenen Kinosaal um die ersten Präsentationen anzusehen. Nachdem noch kurz einige organisatorische Dinge geklärt wurden, gab es als erstes eine etwas längere Präsentation zu StarCraft II mit anschließendem Replay zu sehen, welches selbst einem Nicht-Starcraftler wie mir Lust aufs Spielen gemacht hat. Das Interessante kam allerdings erst nach dem Replay, nämlich die Präsentation über Diablo III. Bashiok führte locker und mit einigen Witzen bestückt durch bekannte Skills und die einzelnen Charakter. Alles in allem gab es nicht wirklich Neues zu sehen und auch eher wenig Neues an Informationen, aber das brauchte es auch nicht um das Diablo-Herz in dem Moment höher schlagen zu lassen. Einzig der verhängte „Maulkorb“ über das gesehen und gehörte trübte die Freude etwas.Blizzcon 2010
Viel Zeit sich zu ärgern gab es allerdings nicht, denn es war Mittag geworden und das hieß Zeit zum Essen. Hier ließ sich Blizzard nicht lumpen und fuhr ein üppiges Büffet in ihrer Kantine auf, welches von sehr netten Catering-Damen serviert wurde. Zudem durften neben unserer Gruppe an Presseleuten und neben Bashiok noch mehrere Entwickler von Diablo III, StarCraft II und natürlich auch World of Warcraft am Essen teilnehmen. Was uns natürlich die Gelegenheit gab, Leute wie Leonard Boyarsky (DIII Lead World Designer), Julian Love (DIII Lead Technical Artist), Allen Dilling (SCII Lead 3D Artist) oder auch David Kim (SCII Balance Designer) bei einem gemütlichen Beisammensein etwas auszuquetschen. Zuerst jedoch hieß es wieder warten und zwar auf Bashiok, der sich etwas Zeit ließ, uns zur Kantine zu führen, was uns allen jedoch Zeit gab, die fertiggestellte Thrall-Statue mit Blizzards acht „Core Values“ vor dem Haupteingang zu bestaunen und zu photographieren. Als dann auch der letzte wieder von der Toilette kam und Bashiok endlich das OK bekommen hat, uns zum Essen zu führen, ging es über einige Parkplätze und an einigen Gebäuden vorbei zur Kantine, wo gleich im Eingangsbereich mehrere Tische und das Buffet aufgebaut waren. Auf den Tischen wurden kleine Kärtchen mit den Aufschriften „Diablo III“, „StarCraft II“ und „World of Warcraft“ platziert, damit auch jeder wusste wo er sich hinsetzen muss, was die asiatischen Kollegen und Kolleginnen natürlich gleich dazu veranlasste, am StarCraft-Tisch Platz zu nehmen und mich dazu am Diablo-Tisch. Das Essen mit den Entwicklern verlief anfangs etwas schleppend, was sicherlich auch dem etwas späten Erscheinen von Julian Love zu verschulden war. Allerdings kamen die Gespräche immer besser in Gang, so dass sich im Laufe des Mittags zwar keine Neuigkeiten zu Diablo III ergaben, aber mit dem Werdegang und dem Wunsch, Spieledesigner zu werden, sowie so manchem Einblick, wie bei Blizzard Ideen aufgenommen und verworfen werden, doch noch die eine oder andere interessante Information herauszubekommen war.

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Nachdem wir alle wohlgesättigt waren und alle Entwickler wieder zur gewohnten Arbeit übergehen mussten, ging die Tour durch das Blizzard Headquarter dort weiter, wo wir sie unterbrochen hatten. Zurück vor dem Haupteingang wurden wir wieder in drei Gruppen geteilt, so dass sich jede Gruppe die Räumlichkeiten anschauen konnte, wo „ihr“ Spiel entwickelt wird. Also wieder in die Diablo-Gruppe eingereiht und los geht es: an Türen vorbei, die immer noch den Codenamen „Hydra“ auf ihren Türschildern trugen, und dem Raum, in dem den Charakteren ihre Stimme verliehen wird. Unser ersten Stopp: das Tonstudio. Im Studio wurde es dann etwas eng und es dauerte ein wenig bis alle Leute aus der Gruppe im Raum waren und ihren Platz gefunden hatten. Am Ende wurden wir für die „gemütliche Atmosphäre“ mit dem Diablo III-Trailer vollauf entschädigt. Bekannt war zwar auch der Diablo III-Trailer schon, aber inmitten des Raumes zu stehen und die unglaubliche Soundqualität zu hören und den Bass zu spüren war dann doch ein ganz anderes Erlebnis, was mir dann auch so ein bisschen Gänsehaut verpasste.
Als nächstes standen die Arbeitsplätze der Mitarbeiter auf dem Programm. Zu sehen gab es viele… sehr viele Merchandise-Produkte, welche bei den Actionfiguren der eigenen Spiele anfingen und bei Batman und Superman noch lange nicht aufhörten. Zudem hingen die Wände der „Cubicles“ voller Diablo-Artworks, also alles in allem genau so, wie man sich den Arbeitsplatz eines Blizzard-Mitarbeiters vorstellt. Viel mehr Aufmerksamkeit hat da die „Spielecke“ auf sich gelenkt, die mit allen verfügbaren Konsolen ausgestattet auch gerne einmal Schauplatz interner Street Fighter-Turniere ist. Wo die nötigen Spiele für solche Auszeiten herkommen, konnten wir dann auf der letzten Station der Tour sehen: es ging in die eigene Bibliothek. Ein wahres Schlaraffenland für alle Fans von Comics, Mangas und Computerspielen. Neben der wirklich sehr schönen und authentischen Aufmachung der „Library“ war wohl die Fülle an nerdigen Büchern, Comics und Mangas das Herausstechendste.

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Am Ende der Führung angekommen, wurden wir alle noch einmal in den Kinosaal gebeten um unser Geschenk – bestehend aus einem von Wang Wie (Glowei) handsignierten Posterdruck eines seiner Werke – abzuholen und um dann wieder zu unseren Hotels nach Anaheim gefahren zu werden.
Zurück in Anaheim hatten wir dann etwas Zeit für uns, bis es am Abend dann zum eingeladenen Steakessen ging. Wir InGamer beschlossen, die Zeit zu nutzen um uns schon einmal unsere Pressekarten und unser Goodie-Bag zu holen, damit wir am nächsten Tag gleich loslegen konnten. Allerdings waren wir nicht die einzigen, die diese schlaue Idee hatten und so trafen wir auf eine riesige Schlange von Blizzard-Fans. Gut dass die Presse eine eigene Linie hatte, wo wir dann schön dreist an allen Wartenden vorbeigehen konnten und uns nicht am anderen Ende des Convention Centers anstellen mussten. Nachdem wir dann auch die Bekanntschaft mit einem Aufseher gemacht hatten, der uns in die besagte Schlange für die Besucher schicken wollte, bis wir ihm erklärt haben, dass wir hier schon ganz richtig sind, waren wir dann auch sehr schnell im Center drin, wo wir dann ein weiteres Spektakel bestaunen konnten. Denn wer gedacht hatte, er hätte es geschafft, wenn er endlich im Gebäude ist, irrte sich gewaltig. Im Center ging es nämlich in ungefähr gleicher Länge wie draußen noch einmal schön in Schlangenlinien weiter bis zur Registration. Ich erwähnte schon die schöne extra Linie für die Presse?
Der Donnerstagabend klang dann, wie bereits erwähnt, mit einem gemütlichen Abendessen mit den Kollegen im Steakhaus aus.

Tag 1 der BlizzCon 09 – Ein Draenei?

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Der Eröffnungstag der BlizzCon begann wie erwartet mit Menschenmassen, die ins Messegebäude drängten und unserer Platzsuche im Presse-Raum. Als sich jeder eingerichtet hatte und der ein oder andere sich auch noch sein verspätetes Frühstück vom Buffet geholt hatte, ging es auch gleich schon los, denn die Eröffnungszeremonie stand an. Auf dem Weg zur Main Stage und den freigehaltenen Plätzen im Pressebereich (welche man dringend brauchte, denn obwohl noch nicht alle in den Hallen waren, gab es kaum noch freien Plätze) traf ich neben drei Nachtelfen noch zwei Blutelfen, einen Naga, einen Orc und etwas, was ich nicht näher beschreiben möchte. Auf den Plätzen angekommen hieß es erst einmal wieder warten, bis die Eröffnungsfeier endlich startete und auch gleich mit einem richtigen Knaller für Diablo begann, nämlich der Enthüllung der vierten Klasse, dem Mönch. Zu dem Zeitpunkt wollte ich noch zurück in den Presseraum gehen um mich gleich dranzusetzen die Neuigkeit zu verkünden, damit die entsprechende News geschrieben werden kann, doch wurde ich rüde durch die mit einem Knall und Feuerwerkskörpern inszenierte Bekanntgabe von World of Warcraft:Blizzcon 2010 Cataclysm bei meinem Vorhaben unterbrochen. Nachdem ich mich fast zu Tode erschreckt habe und mich langsam vom Schock wieder erholt hatte, dass ca. 2 Meter vor mir so ein Knallkörper hochgegangen war, beschloss ich, doch noch die Präsentation zum neuen WoW AddOn anzuschauen. Danach ging es aber schnurstracks zum Laptop und an die Arbeit die Informationen entsprechend weiterzuleiten und zu versuchen, einen der begehrten Plätze an den drei Diablo III-PCs im Pressebereich zu bekommen. Letzteres gestaltete sich in der Tat etwas schwierig, denn sowohl die vier PCs mit der Demo zu World of Warcraft, als auch die PCs mit der Demo zu Diablo III waren durchgehend besetzt; einzig die PCs mit StarCraft II waren nicht ganz so gefragt. Das Anspielen vom Mönch und Diablo III musste also noch etwas warten, was aber auch nicht ganz ungelegen kam, denn das erste Panel zu Diablo III stand an und es hieß wieder ab zur Main Stage. Leider war das Bild vor den Diablo III-Demo-PCs auch nach der Präsentation nicht wirklich besser geworden, so dass ich zu einem kleinen Trick greifen musste. Dafür ging es in die Halle C zu dem Stand an dem die ganzen Computer mit der Diablo III-Demo standen und ab zum Ausgang des Standes; dem netten Herrn von Blizzard kurz erklärt, dass man von der Presse ist und die drei PCs oben im Presseraum dauerbesetzt sind und schon war eine Stunde lang Mönch spielen angesagt. Nach zweimal Sterben, dem Säubern der wahrscheinlich kompletten Demo von Monstern und den ersten Anzeichen von Sucht, war es Zeit wieder ins RL zu treten (was zugegebener Maßen etwas schwer ist, wenn dass erste, was du nach exzessiven spielen siehst, ein Draenei ist) und Zeit den Spielbericht zu verfassen. Am Ende des Tags stand dann noch das Anschauen der Blizzard Contest (Dance, Song, Costume) auf dem Plan, bevor es am nächsten Tag dann wieder losgeht.

Tag 2 der BlizzCon 09 – Zeit für die Interviews

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Die Türen des Convention Centers öffneten sich am Samstag pünktlich um 10h und wir waren auch schon wieder startbereit, Informationen für unsere Seiten zu sammeln. Das erste Panel ließ auch gar nicht lange auf sich warten, so dass es um 11:30h für eine Stunde lang hieß „Diablo III-Entwickler beantworten Fragen von den Fans“. Nach etlichen Fragen, die mal mehr mal weniger gut waren und einigen Fragen, wo man sich fragen musste, wo die Leute vor einer viertel Stunde bzw. gestern gewesen waren, ging es daran, die Informationen aus den Fragen auch in eine anständige Form zu bringen. Bevor es dann weiterging, Fragen für die beiden anstehenden Interviews zu sammeln und zu übersetzen, gönnten wir uns noch eine kleine Mittagspause und bedienten uns bei den bereitgestellten und guten Snackboxen. Dank der Hilfe und Unterstützung der „Zuhausegebliebenen“ waren rechtzeitig genügend Fragen zusammengekommen und es konnte losgehen. Auf halbem Weg ist mir dann zum Glück noch eingefallen, dass es schlau wäre, ein Aufnahmegerät mitzunehmen, und durfte so noch einmal zurückrennen. Dadurch wäre ich dann fast zu spät zum Interview mit Julian Love (Lead Technical Artist) und Kevin Martens (Lead Content Artist) gekommen, was im Nachhinein aber fast egal gewesen wäre, da der Kollege von buffed.de sich gute fünf Minuten verspätet hat (Anmerkung: Wir hatten nur 15 Minuten für die Interviews). Mir und meinen beiden Kollegen gab es die Chance etwas lockerer mit Julian und Kevin zu scherzen, was trotz des vergeblichen Versuchs die beiden davon zu überzeugen, dass der weibliche Mönch doch Nonne heißen müsste, eine angenehme Atmosphäre für das weitere Interview schaffte. Nachdem der Nachzügler endlich da war konnte das Interview beginnen und ich konnte einige Fragen auf meinem Zettel abhaken, da sich die beiden deutschen Kollegen recht zurückhielten. Direkt im Anschluss ging es mit dem nächsten Interview mit Jay Wilson weiter, wozu wir die kleine Box, in der die Interviews stattfanden, wechseln mussten. Die Stimmung beim zweiten Interview war etwas gedrückt und Jay Wilson sah sehr gezeichnet und müde aus, was man auch daran merkte, dass er nur noch flüstern konnte bzw. nur noch flüsterte. Auch wenn es etwas schwer war Jay zu verstehen und das Aufnahmegerät schlapp machte (Gott sei Dank schreibe ich mit), ging ich doch recht zufrieden aus den beiden Interviews, da -bis auf eine- alle Fragen auf meinem Zettel beantwortet wurden. Wirklich Zeit die ganzen Antworten zu bearbeiten blieb allerdings nicht, denn nachdem alle Interviews durch waren, gab es noch eine Pressekonferenz mit Jay Wilson und J. Allen Brack (World of Warcraft Production Director). Viel Neues gab es hier nicht wirklich zu erfahren, da die guten Fragen von allen Beteiligten wohl schon bei den Interviews draufgegangen sind. Und so waren der Kollege aus Indien, den keiner verstanden hatte, als er seine Frage auf Englisch gestellt hat, und die Beantwortung meiner letzten Frage bezüglich Replays durch Jay die Highlights der Pressekonferenz.

Zum Schluss des Tages und der BlizzCon 09 stand noch die Abschlussfeier mit dem Konzert von Ozzy Osbourne an. Anstatt uns allerdings mit Schaum vollsprühen zu lassen, hatten wir beschlossen lieber noch einmal durch die, dank des Auftritts von Ozzy, leeren Hallen zu schlendern, etwas zur Ruhe zu kommen, nebenbei noch ein Foto auf dem Frozen Throne zu machen und die Geschehnisse der letzten Tage Revue passieren zu lassen.