Diablo 3 – WWI 2008

Nun ist die Katze also aus dem Sack: Diablo 3 ist in Entwicklung und damit können sich auch die Fans des Genres nun auf einen modernen Nachfolger freuen, der dennoch dem Spielstil von Diablo 2 treu bleiben soll. Auf einer Pressekonferenz direkt nach der Vorstellung beantwortete Lead Designer Jay Wilson zusammen mit Frank Pierce die Fragen der Journalisten- und Fanseitenvertreter. Frühes Erscheinen lohnte sich, der Raum war brechend voll.

Erscheinen wird Diablo 3 für PC und Mac, eine Konsolenumsetzung ist derzeit nicht geplant. In Entwicklung ist das Spiel auch schon eine ganze Weile, nämlich ca. 4 Jahre und wurde damals noch bei Blizzard North angefangen. Ob allerdings Diablo 3 identisch mit dem sogenannten „Project Hydra” ist, bleibt unbeantwortet, denn Pierce meinte, daß sie sich eigentlich nicht öffentlich zu ihren Decknamen äußern. Wie das Spiel so lange geheim bleiben konnte? Nun, der Comic zu StarCraft 2 von Penny Arcade, der eine Bombe im Kopf jedes Mitarbeiters an einem geheimen Projekt zeigt, sei gar nicht so weit weg von der Realität, antwortete Jay Wilson süffisant. Aber es helfe auch, daß man als Entwickler eigentlich gar nicht so heiß darauf sei im frühen Stadium Informationen herauszugeben. Klar, sowas erzeugt immense Aufmerksamkeit und, wie man an StarCraft 2 auch deutlich sieht, nicht zuletzt Druck.

Diablo 3 is commingDie 3D-Engine ist übrigens eine Neuentwicklung und auch für das Battle.Net sind eine Menge Sachen geplant, wobei Details nicht verraten, wohl aber auf StarCraft 2 verwiesen wurde. Ansonsten dürften die Gemeinsamkeiten zu SC2 nicht allzu groß sein, denn als eSport-Titel ist Diablo 3, auch auf Nachfrage, eigentlich nicht ausgelegt. Natürlich kann sich aber, man denke an WoW-Arena, auch manches ungeahnt entwickeln.

Viel Wert wird auch auf das gemeinsame Spiel gelegt, obgleich noch nicht klar ist mit wievielen Spielern man nun zusammen Monster vernichten kann. Tests mit bis zu 8 Spielern haben stattgefunden, aber wahrscheinlicher sei einige niedrigere Anzahl, da sie sich für das Spielerlebnis als besser erwiesen habe.

Neben dem bereits aus Diablo 3 bekannten Barbaren ist als neue Charakterklasse der Hexendoktor (Witch Doctor) dabei. Weitere sollen folgen, auf eine Zahl wollte sich Wilson dann aber nicht festlegen. Ebensowenig war ihm auf die Frage zu entlocken, wie denn nun andere D2-Klone und ähnliche Spiele das immerhin ca 50 Mann starke Team für D3 beeinflusst haben. Man spiele alles, so die Antwort, wolle aber nicht ins Detail gehen. Traurig auch für alle D2-Topspieler: Man kann seinen Charakter nicht mit hinüber in den Nachfolger nehmen.

Verbessert werden sollen außerdem die Trademöglichkeiten, was aber noch nicht heißt, daß es konkrete Auktionshäuser im Spiel geben wird. Ebenfalls noch nicht ausgereift sind die Skilltrees, sie sollen aber von WoW und D2 inspiriert sein.

Düster sehen die Moddingmöglichkeiten für Diablo 3 aus. Obwohl man hier zwar überlegt, was man den Fans zur Verfügung stellen könnt, bremste der Chefentwickler die Erwartungen, denn schließlich werden die Karten und vieles damit verbundene nach wie vor zufällig erstellt. Wählen kann der Benutzer allerdings nun vor Spielbeginn und zwar sein Geschlecht. Eine echte Auswirkung auf den Charakter neben dem Aussehen soll dies aber nicht haben.

Noch mehr als bisher soll die Spielgeschichte im Fokus stehen, welche 20 Jahre nach den Ereignissen des D2-Addons Lord of Destruction angesetzt ist. Die damaligen Ereignisse würden von den meisten eher nur noch als Mythos gehandelt. Blizzard schreibt dazu in seinem Pressetext:

Das Spiel findet auf Sanktuario, einer düsteren Fantasiewelt, statt. Die meisten seiner Einwohner wissen zwar nichts davon, doch vor ungefähr zwanzig Jahren wurde sie von ein paar mutigen und mächtigen Helden vor den dämonischen Kräften der Unterwelt bewahrt. Die meisten dieser Kämpfer, die den Armeen der Hölle direkt ins Auge blickten und gerade noch mit ihrem Leben davonkamen, wurden in den Wahnsinn getrieben, ein Großteil des Rests hat die qualvollen Erinnerungen und Schrecken aus ihrem Bewusstsein verbannt. In Diablo 3 werden die Spieler nach Sanktuario zurückkehren und einmal mehr dem Bösen mit seinen vielen Gesichtern begegnen

Während also der Storyrahmen mehr oder weniger klar zu sein scheint, ist die Finanzierung noch völlig offen. Man wolle hier auch auf die unterschiedlichen regionalen Märkte schauen, so Pierce, und dann überlege welches Modell Sinn macht. Auf jeden Fall soll es kein zweites WoW werden, die Überschneidungen seinen gar nicht so groß, wie man zunächst annehmen könne. Diablo 3 richte sich gerade auch an die Spieler mit weniger Zeit, anders als WoW, was eher den Dauerzocker erfordert.

Im Gegensatz zu WoW (ab 12) muß man für Diablo 3 wahrscheinlich mindestens 16 sein, da das Diablo-Universum schon deutlich düsterer ist. So ganz sicher waren sich die Blizzardleute mit dem europäischen System da allerdings nicht, in den USA soll es als „Adult” gekennzeichnet sein. Das Universum für eine günstigere Einstufung zu ändern, komme für die Entwickler nicht in Frage.

CaldeumDiablo 3 soll eigentlich genau das liefern, was die (D2-)Fans wollen, betont Jay Wilson. Trotz aller Änderungen hier und da, die Kernideen seien über all die Jahre gleich geblieben. So wird, anders als in WoW, das Userinterface nicht änderbar sein, da es für das Spiel als fundamental angesehen wird. Ob nach dem Weggang von Bill Roper überhaupt Diablonoch dasselbe sei, will jemand noch wissen. „Es ist ein Team, welches das Spiel entwickelt.” entgegnet Frank Pierce. Jeder wichtig, aber dabei erreiche keiner einen so kritischen Status, daß ohne ihn nichts ginge. Persönlich aber schätze man ihn auch nach seinem Weggang.

Klar ist nun, die leuchtenden Augen gehörten zu Diablo. Aber was zum Teufel sollte der böse Pinguin? Jay lachte, er wäre diese Woche schon weitgehend unterwegs gewesen und da dies wohl eine eher spontane Aktion war, wüsste er es auch nicht. Gab es dann vielleicht überhaupt keinen Sinn dahinter? Nein, das bestimmt schon, irgendeine Strategie sei da mit Sicherheit schon dabei gewesen. Fragt sich für uns nur, ob diese wirklich inhaltlicher Natur war.

geschrieben von General Mengsk