Erfahrungsbericht – Presseevent in Irvine 2011


Montagmorgen, der Wecker klingelte und ich schaute nach drei Stunden Schlaf gerädert auf die Uhr, Zeit aufzustehen, denn immerhin will ein Zug erwischt werden. So begann meine Reise nach Irvine zum Presseevent ins Blizzard Headquarter.

Nach der ein oder anderen Tasse Kaffee um wach zu werden und dem erneuten überprüfen, ob auch alles eingepackt ist (als wenn ich das die Nacht zuvor nicht schon dutzende Male getan hätte), ging es mit dem Zug nach Hamburg um von dort dann über Düsseldorf nach L.A. zu fliegen. Bis auf ein paar Kleinigkeiten (aus welcher Wühlkiste hat airberlin bitte den gezeigten Film „Overboard – Ein Goldfisch fällt ins Wasser“ geholt?) verlief die Reise überraschend reibungslos. Wie ich in L.A. merken musste, lief alles zu reibungslos, denn in den USA angekommen durfte ich dank außerordentlicher Organisationskunst an den Grenzkontrollen über drei Stunden warten, bis ich endlich meinen Shuttle anrufen konnte um zum Hotel gebracht zu werden. Durch die drei Stunden am Flughafen war ich nicht mehr wirklich beim Shuttledienst eingeplant und alles musste etwas umgeplant werden, so dass ich am Ende der Rundreise durch Orange County und der erfolgreichen Ablieferung der anderen Gäste nach erneuten zwei Stunden endlich mein Hotel erreicht hatte. Immerhin war der Fahrer einer der besten, die ich je hatte und er wusste zu unterhalten (wer sich im Übrigen einmal anschauen möchte, was der Herr so neben dem Shuttlefahren treibt, der darf sich gerne dieses Video von AdultSwim ansehen: ‪Pierre Eats the Dream Cream‬‏ – YouTube). Allerdings konnte ein guter Fahrer auch nicht über den Fakt hinwegtrösten, dass ich das angesetzte Dinner im Hotel mit allen Presseleuten durch diese Odyssee verpasst hatte.


Der nächste Tag, der eigentlichen Presse-Tag, startete um 9 Uhr mit dem Treffen in der Lobby, von wo es typisch amerikanisch per Shuttle ins Blizzard Headquarter ging, obwohl die blizzardschen Gebäude in ca. 10 Minuten zu Fuß zu erreichen sind. Nach Ankunft, einer kleinen Wartezeit, die die Chance bot die Thrall Statue und die Geburtstagsbanner genauer zu begutachten, dem Verteilen der Namensschildchen und einem kleinen Aufenthalt im hauseigenen Museum ging es auch schon los zum ersten Event, der Diablo 3 Präsentation im Kinosaal von Blizzard. Vor dem Eintritt in den Saal wurde uns von zwei netten Damen noch als kleines Geschenk in Form eines Diablo 3 Notizbuch überreicht, welches irgendwie niemand für seine Notizen während der Präsentation benutzte.

Die Präsentation selber begann zwar mit einem schönen Cinematic Trailer, doch folgte eine recht unspektakuläre und grundlegendene Einführung in die Geschichte von Diablo 3, die noch nicht viel von dem Knaller, der noch kommen sollte, vermuten ließ. Nach der Einführung stand als nächstes die Vorstellung der einzelnen Charaktere auf dem Plan und da verwunderte es etwas, dass auf das geänderte Skillsystem vielmehr nur nebenbei hingewiesen wurde, da Skills und die Auswirkungen von Runen auf sie gezeigt werden sollten. Mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass doch noch etwas Großes, wie die Bekanntgabe des Betastarts, kommen musste, wurde dann nach den Demonstrationen von Barbar, Zauberer und Witchdoctor auch brav noch der Mönch und der Demon Hunter angeschaut. Nun übernahm Rob Prado das Geschehen und fing an über Features von Diablo 3 im battle.net und dem neuen und sehr hübsch anzusehenden Bannersystem zu erzählen, doch das alles verblasste in dem winzigen Moment, als das Tradesystem vorgestellt wurde. Haben wir doch alle eher mit der oben schon erwähnten Bekanntgabe des Betastarts gerechnet, war die Information über das Auktionshaus, in dem mit echtem Geld bezahlt werden kann, die noch viel größere Bombe. Zugegebenermaßen musste auch ich das ganze erst einmal realisieren und verarbeiten, so erwischte ich mich u.a. dabei eher geschockt für ein paar Sekunden das Schreiben aufgehört zu haben. Die anschließende Fragerunde war dann auch entsprechend geprägt von Fragen zum neuen Tradesystem.

Nach der Präsentation stand als nächstes Mittagessen auf dem Plan, wozu es gemeinsam und gesittet zur Kantine ging. Hier hatte Blizzard sich nicht lumpen lassen und sich etwas Großartiges ausgedacht um für den Lunch das richtige Ambiente zu schaffen. Für uns wurde ein Teil des „Speisesaals“ abgetrennt und entsprechend diabolisch dekoriert. Dazu wurde der abgetrennte Teil abgedunkelt, mit schummrigem Kerzenlicht versehen, die Tische mit alten Büchern und Kerzenständern auf mittelalterlich getrimmt und den Getränken sowie dem Essen Diablo-typische Namen gegeben bzw. danach ausgesucht. Als hätte Blizzard es geahnt, dass man nach dem Schrecken mit dem Auktionshaus erst einmal etwas trinken muss, gab es auch eine Bar, an der neben verschiedenen Biersorten und Wein auch das „Elixir of Pain“ und der „Nectar of the High Heavens“ (Elixir of Pain = Bloody Mary / Nectar oft he High Heavens = White Russian) ausgeschenkt wurde. Zu essen gab es eine Auswahl aus Schweine-, Rinder-, Hähnchen- und Scampispießen mit Couscous und als Dessert leckere Runenbällchen mit einer Himbeercremefüllung. Es konnte sich also gut gestärkt werden für die nächste Etappe, die anstand – die Interviews und natürlich das Spielen von Diablo 3.

Als alle mit dem Essen fertig waren und die Gespräche und Diskussionen langsam abflachten, ging es wieder zurück ins Hauptgebäude, wo der wichtige Teil des Tages anfing. Obwohl mit dem Auktionshaus und dem neuen Skillsystem zwei Sachen im Raum standen, die eine Vorbereitungszeit vor Interviews unumgänglich machten, begann ich erst einmal damit das Spiel und den Demon Hunter zu spielen, denn immerhin war mein erstes Interview erst in ca. 2 ½ Stunden und wer kann schon Diablo 3 widerstehen, wenn die Beta direkt vor einem steht und nach einem ruft? Dieser, wie ich finde, fantastische Plan wurde allerdings jäh zerstört, als ich nach einer halben Stunde spielen gesagt bekam, dass in 15 Minuten ein spontanes Gruppeninterview mit Jay Wilson zum Auktionshaus ansteht. Es hieß also aufhören zu spielen und ad hoc Fragen überlegen, die gestellt werden könnten; man glaub übrigens gar nicht wie schnell so 15 Minuten rum sein können. Nach erfolgreich beendetem Interview hieß es erst einmal wieder weiterspielen, bevor dann nach und nach die beiden zugesagten Interviewtermine abgeklappert wurden.

Zwischen Interview Nummer zwei und Interview Nummer drei passierte dann das, was absolut nicht hätte passieren dürfen, mein Blackberry meinte mir einen ziemlich extremen Streich zu spielen. Während der Vorbereitung auf das dritte Interview mit Leonard Boyarsky (Lead World Designer) schaltete es sich aus, startete neu und wipete sich. Ich musste also tatenlos zusehen, wie mein „Smart“phone sich auf Null stellt und mir alle meine SMS, Kontakte, Bilder und vor allem auch die Aufzeichnungen der ersten beiden Interviews löscht. In dem Moment war ich ganz kurz davor das Handy durch den Raum zu pfeffern, aber erstens hätte das nichts gebracht und zweitens musste innerhalb von zwei Minuten eine andere Alternative her um Interviews aufzunehmen, denn das Interview mit Leonard stand immer noch direkt bevor. Zum Glück hatte ich mein Netbook mitgenommen, das sah beim Interview zwar reichlich besch…eiden aus, aber hey, es hat wenigstens funktioniert.
Zum Ende des Tages bei Blizzard gab es dann noch eine positive Überraschung, denn bevor es losging bekam ich noch die Chance ein Interview mit Jason Bender (Senior Designer) zu führen, welche ich natürlich sehr gerne wahrnahm, auch wenn die Zeit, mich auf das Interview einzustellen, eher so 0 betrug.

Am Abend stand, nach kurzem frisch machen im Hotel, noch ein Dinner in Lucille’s Smokehouse BBQ Restaurant an. Dabei hatten wir vorher die Wahl, ob wir lieber mit dem Rest der Presseleute in ein asiatisches Restaurant in der vom Hotel nicht weit entfernten Spectrum Mall gehen oder lieber als Fansites zusammen mit den Community Managern (unter anderem Tobias Jahn, Associate Community Manager German und Micah Whipple, besser bekannt unter seinem Forennamen Bashiok) separat essen gehen. Wir hatten uns für letzteres entschieden, denn zum einen hatten wir so die Möglichkeit auch einmal mit den CMs zu reden und zum anderen sollte das Restaurant besser sein und das war es auch. Leider (oder zum Glück, je nachdem wie man es sehen möchte) kamen nur mein spanischer Kollege und meine Wenigkeit zum Abendessen, die Kollegen aus Frankreich und Russland wollten lieber shoppen gehen. Im Restaurant gab neben einer großen Auswahl an leckeren BBQ Gerichten, wie z.B. Baby Back Rips oder Smoked BBQ Half Chicken, auch eine vielfältige Auswahl an Sandwiches und Burgern – um es kurz zu machen es war sehr sehr lecker und die Pläuschchen mit Bashiok & Co waren auch sehr interessant.

Zum Ausklingen des Abends hatten wir uns alle noch entschieden in eine Sportsbar (Yard House) in der Spectrum Mall zu gehen und noch das ein oder andere Bierchen zu trinken. Nachdem Bashiok uns in seinem Auto zur Bar kutschiert hatte und wir uns alle einig waren, dass Bashiok dank seines Schnurrbarts auf seinem Führerschein eher wie ein „Serial Child Molester“ (Serienkinderschänder) aussieht, stießen noch drei Kollegen hinzu, die vom Abendessen der restlichen Presseleute kamen. Alles in allem war der Abend noch geprägt von der ein oder anderen Diskussion um Unterschiede und Stereotypen von Deutschen und Amerikanern und es war wirklich sehr lustig und angenehm, bevor es dann gegen ein Uhr morgens wieder zurück ins Hotel ging.

Am letzten Tag in Irvine hatten ich noch etwas Zeit, bevor mein Rückflug gen Heimat ging und so haben Tobias (siehe oben), unser Kollege von MSN und ich beschlossen die Zeit mit etwas Shopping in der Spectrum Mall auszugestalten. Zum Abschluss also noch einmal eine spaßige Zeit.