Monstergefechte
Diablo wäre nicht Diablo, wenn unser Char sich nicht rasend schnell durch Horden von Monstern metzeln würde. Mit einer verbesserten Monster-KI sollen die Gefechte in Diablo 3 taktisch anspruchsvoller werden und mehr Aufmerksamkeit fordern. Wir freuen uns also auf Gegner, die ein bissl mehr Grips haben und ihre Fähigkeiten etwas abwechslungsreicher einsetzen. Wir erwarten spannende Kämpfe mit Monstern, die sich untereinander koordinieren und helfen – ohne dass dies jedoch für den Spieler in eine stundenlange Strategieplanung ausartet. Das Konzept ist nicht wirklich neu, wir kennen es bereits aus Diablo 2, wo es z.B. sinnvoll war, einen Schamanen als erstes zu töten, bevor man sich seiner kleinen Diener entledigte. Diablo 3 wird nur einen Schritt weiter gehen.
Für Blizzard ist es sehr wichtig, dass die neuen, taktischeren Gefechten den Spielfluss, die Spielgeschwindigkeit und die Zugänglichkeit zu neuen Gebieten nicht hemmen, so dass auch Gelegenheitsspieler ihren Spaß haben – es bleibt abzuwarten, wie gut dies gelingen wird.
Blizzard verspricht uns kurzweilige Kämpfe, in denen verschiedene Monster koordiniert angreifen, welche ihr Verhalten im Kampfverlauf verändern können (z.B. in Raserei verfallen). Im obigen Screenshot hat es der Mönch mit ein paar Kobolden zu tun, die zwar wenig Schaden ausrichten, ihn dafür aber umzingeln und behindern und vom Schamanen immerzu wiederbelebt werden. Währenddessen schleicht sich von Norden langsam aber sicher ein Dünenderwisch heran, der einiges austeilen, aber auch einstecken kann. Und zu guter Letzt wird unser Char auch noch von Sandwespen mit Giftattacken gepiesackt.
Was nervt uns jetzt am meisten? Das Gift, das uns kontinuierlich Leben entzieht? Die Kobolde, die ständig im Weg rumstehen und deren Angriffe wir ständig erdulden oder blocken müssen? Der Schamane, der nicht nur seine Diener wiederbelebt, sondern uns auch noch per Fernkampf angreift? Oder sollten wir doch lieber direkt den Derwisch angreifen, da dieser uns am meisten anhaben kann? Oder sollen wir uns hinter einen Felsen bewegen, um weniger Angriffsfläche zu bieten? Sicherlich wird hier die richtige Wahl von eurer Charakterklasse, der Ausrüstung und den aktivierten Fähigkeiten abhängen. Es wird auch nicht nur “die eine richtige Strategie” geben, sondern der eine Weg wird halt schneller funktionieren, und der andere langsamer – oder so langsam, dass man einen Rückzug doch in Erwägung ziehen sollte.
Blind drauf losschlagen sollte in Diablo 3 nicht die Methode sein, die immer zum Ziel führt. Je nach Gegnerkonstellation muss man seine Fähigkeiten anders einsetzen und die Umgebung miteinbeziehen. So haben wir im Gameplay-Video von Blizzard bereits gesehen, dass man Wände einstürzen lassen kann und mehrere Gegner darunter begraben werden.
Auch Fähigkeiten, die nicht dem direkten Angriff dienen, sondern eher kampfunterstützend wirken, werden eine große Rolle spielen. Je nach Charakterklasse wird es verschiedene Möglichkeiten geben: Gegner blenden, ein Spiegelbild erschaffen, Zeit verlangsamen, aus der Gefahrenzone springen, etc. Blizzard hat bereits betont, dass diese Support-Fähigkeiten unter den Klassen gleichmäßig verteilt werden, damit jede Klasse jedes Gefecht allein bestreiten kann. Es soll keinen Zwang zum Multiplayer-Spiel oder zur Flucht geben. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass die Immunität von Monstern gegen bestimmte Schadensarten in Diablo 3 so (sehr wahrscheinlich) nicht wieder vorkommen wird. Höchstens 1 Immunität könnte es geben, wahrscheinlicher ist aber nur eine erhöhte Resistenz gegen bestimmte Angriffe.
Blizzard hat uns bereits einige Beispiele präsentiert, wie sie sich die verbesserte Monster-KI vorstellen. Die Monster sind nach ihrem Verhalten in Kategorien unterteilt. Bisher sind offiziell nur “Big Hit” und “Raserei” bekannt. Abhängig von diesem Verhalten, solltet ihr eure Kampftaktik wählen. Die einzelnen Monstertypen könnt ihr in unserem Bestiarium nachschlagen
Big Hitsind klassische Monster, die sich langsam bewegen, offenkundig ihre Attacken vorbereiten und dann mit Schmackes zuschlagen. In der Regel ist es einfach, ihren Attacken auszuweichen, aber mitten im Kampfgetümmel kann man dies schonmal übersehen. Der Schlag wird euch wahrscheinlich nicht töten, aber eure Lebenspunkte beträchtlich reduzieren. Beispiel aus Diablo 3: Berserker (Waffe leuchtet vor dem Schlag, und wenn sie verfehlt, bleibt sie im Boden kurz stecken)
Beispiel aus Diablo 2: Dornendrescher (sind nur langsam, keine besondere Attacke, die angekündigt wird)
Andere Monster können zeitweilig in eine Raserei (Frenzy)verfallen, in der Schaden, Trefferwahrscheinlichkeit oder andere Attribute erhöht werden. Nach Möglichkeit sollte man ihnen in diesem Zustand so lange ausweichen, bis sie sich wieder beruhigt haben. Mit der Zeit sollte man hier herausfinden, wann die richtigen Zeitpunkte für Angriff, Rückzug oder Verteidigung sind. Beispiel aus Diablo 3: Tausendpfünder (sein Bauch beginnt zu glühen und kündigt die Raserei an)
Beispiel aus Diablo 2: Blut-Fürst (ständig rasend, nicht temporär)
Ein weitere mögliche Kategorie könnten die tickenden Zeitbombensein, die anfangs ganz unscheinbar und unbeteiligt in der Gegend herumstehen, wenig Verteidigung besitzen und kaum Schaden austeilen. Entledigt man sich dieser Gegner jedoch nicht schnell genug, verwandeln sie sich und werden zu angriffslustigen und starken Gegnern. Hier dürfte die Taktik einfach sein: so schnell wie möglich zuschlagen, solange die Verwandlung noch nicht abgeschlossen ist. Falls es zu spät ist: Aufpassen, ausweichen und möglichst aus sicherer Entfernung angreifen. Beispiel aus Diablo 3: zermürbender Wirtskörper (Dark Vessel) (verwandelt sich freiwillig in ein stärkeres Monster). Außerdem lässt sich vermuten, dass Kobolde durch einen Aufseher zur Verwandlung in Wahnsinnige gezwungen werden.
Beispiel aus Diablo 2: Schlitzer => Berserkerschlächter (durch einen Peitscher zur Verwandlung gezwungen)
Dann wären da noch die Beschwörer und Antreiber, die von einer Dienerschar umringt sind. Während der Antreiber die Diener gnadenlos antreibt und den Angriff koordiniert, sorgt der Schamane für Nachschub und belebt tote Diener wieder. Solange der Schamane lebt, gibt es immer wieder neue Gegner – also diesen zuerst killen. Dann den Antreiber und dann erst die niederen Diener. Ausschau halten nach weiteren Schamanen in der Nähe! Diese können auch ‘fremde’ Diener beleben. Eventuell können sie auch andere Schamanen oder Antreiber wiederbeleben. Beispiel aus Diablo 3: Schamane + Aufseher
Beispiel aus Diablo 2: Gefallener Schamane/Bishibosh oder Peitscher (beide Monsterkategorien sind nie zusammen aufgetreten)
Ferner lassen sich noch weitere Neuigkeiten erhoffen:
- Dünenderwische können sich anscheinend heranpirschen, indem sie nicht oder kaum sichtbar im Sand schwimmen, um dann gnadenlos anzugreifen. Vielleicht verstecken sie sich aber auch hinter Felsen und lauern dem nichts ahnenden Abenteurer auf.
- Ein Schamane oder anderer Monstermagier könnte auf seine Untergebenen oder andere gleichgesinnte Gegner Zauber wirken. In Diablo 2 gab es solche Effekte ‘passiv’, z.B. wenn ein besonderer Gegner “extra schnell” war, war auch seine gesamte Gruppe extrem schnell. Auf jeden Fall wird es in Diablo 3 Monster geben, die zusätzliche Gegner erschaffen können (zu sehen im Gameplay-Video)
- Des Weiteren steht die Frage im Raum, ob die Richtung der Angriffe in Diablo 3 eine größere Rolle spielen wird als im Vorgänger. Klar, bei Diablo in D2 standen wir nach Möglichkeit hinter ihm, um seinem Feueratem zu entgehen, aber das hatte keinen Einfluss auf z.B. unsere Trefferwahrscheinlichkeit. Die Informationen rund um D3 lassen vermuten, dass das Spiel ein Stück ‘realistischer’ wird, indem es einen Unterschied macht, ob man einen Gegner von vorne angreift und vielleicht gegen sein Schild schlägt, oder aber ob man ihn in den Rücken fällt. Hier könnte man noch einen Schritt weiter denken: wenn dies bei Gegnern funktioniert, warum sollte es dann unserm eigenen Char anders ergehen? Werden wir also in Zukunft aufpassen müssen, wem wir den Rücken zudrehen?
geschrieben von Shootingstar


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