Reaper of Souls Veränderungen Die Mystikerin

Einschneidende Veränderungen hat Diablo 3 durch den Patch 2.0 erfahren. Neues Paragon-System, Loot 2.0, Clan/Community-System, selbst das Auktionshaus-Interface präsentiert sich kurz vor Toresschluss aufgehübscht – einschließlich Tausender-Trennzeichen! Endlich! Na ja.

Doch ist das Ende dieser Fahnenstange längst nicht erreicht. In gut zwei Wochen wird Reaper of Souls die Festplatten unserer Rechner heimsuchen, und es erfordert wahrlich nicht viel Fantasie, zu prognostizieren, dass ab dem 25. März 2014 die Anzahl an D3 Classic-Spielern verschwindend gering sein wird. Denn die dann besten Features sind exklusiv den Reaper of Souls-Spielern vorbehalten.

Die entscheidenden möchte ich kurz vor Release in vier Folgen noch ein wenig unter die digitale Lupe nehmen, als da wären:

  • Die Mystikerin, Transmogrify und Verzaubern
  • Level 70 und Items
  • Akt Fünf, Quests und der Crusader
  • Adventure Modus und Nephalem Rifts

Die Mystikerin

In der ersten Folge beschäftige ich mich mit der Mystikerin.

Die Mystikerin ist quasi der Ersatz für das wegfallende Auktionshaus und wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den Löwenanteil unserer Gold-Ausgaben in RoS ausmachen.

Transmogrify

Laut Merriam-Webster bedeutet Transmogrify stark abändern, oftmals mit absurder oder humorvoller Auswirkung

Da ist zum einen das für Optik-Ästhetiker interessante und aus World of Warcraft bekannte Transmogrify-Feature. Gegenstände lassen sich damit ausschließlich optisch verändern. Gewisse droppende Legendaries schalten zusätzliche Designs frei, die dann gegen einen Obolus auf eigene Items angewendet werden können.

Verzaubern

Doch die weitaus spannendere Möglichkeit, die uns die Mystikerin bieten wird, ist das Verzaubern von Gegenständen. Dies hat mit der Charsi-Verzauberung aus Diablo 2 nicht allzu viel zu tun. In RoS lässt sich damit exakt eine Eigenschaft auf einem Gegenstand gegen eine andere austauschen – mit gewissen Einschränkungen. Der grobe Ablauf ist wie folgt:

  1. Ein beliebiges Item (Selten, Legendary oder Set) zur Mystikerin bringen.
  2. Eine der darauf existierenden Eigenschaften anklicken.
  3. Den Verzaubern-Knopf drücken.
  4. Eine der drei zufällig erscheinenden Eigenschaften auswählen.
  5. Die neu ausgewählte Eigenschaft hat nun die alte ersetzt. Fertig.
  6. Oder auch nicht. Meistens eher nicht. Dann geht es wieder mit Schritt 2 los.

Anmerkungen/Einschränkungen:

  • In Schritt 4 kann man statt einen der drei Vorschläge auch die ursprüngliche Eigenschaft behalten.
  • Die Kosten für eine Verzauberung belaufen sich auf eine geringe Menge Gold und einigen wenigen Crafting-Materialien.
  • Haken dabei: Jeder weitere Verzauberungs-Versuch desselben Items erhöht die Goldkosten um jeweils 5%. Und ist man auf eine bestimmte Eigenschaft mit einem bestimmten Mindestwert aus, so kann hier leicht mal die eine oder andere Million zusammenkommen. In der Beta habe ich es geschafft, zweimal je mehr als 100 Versuche zu starten, ehe ich die gewünschte Eigenschaft bekam. In der Live-Version wird man sicherlich geiziger mit seinem Vermögen haushalten, aber dennoch die Warnung: dies ist DER „Gold Sink“ in Reaper of Souls.
  • Zweiter Haken: Verzaubern von Schmuck erfordert nicht läppische Crafting-Materialien, sondern hochwertige Edelsteine.
  • Dritter Haken: Verzaubern von Legendaries/Sets erfordert als Crafting-Material jeweils eine „Vergessene Seele“ – das Äquivalent des Feurigen Schwefels –, also jener Stein, den man durch Wiederverwerten eines Legendary/Set-Items ab Item Level 61 beim Schmied erhält.
  • Das 4/2-System kann auch mit der Verzauberung nicht aufgehoben werden. Aus einer primären Eigenschaft kann immer nur eine andere primäre Eigenschaft werden. Genauso kann aus einer sekundären nur eine andere sekundäre werden. Man kann also nicht aus „+50 zu physischem Widerstand“ mal eben „+10% Crit Chance“ machen.
  • Das Verzaubern eines seltenen Items lässt dieses Item BoA werden.

Ihr habt es vielleicht beim bisherigen Spielen des 2.0 Patches festgestellt. Nach kurzer Zeit sind 99,9% dieser gefundenen Items es kaum noch Wert, überhaupt aufgehoben zu werden. Dies ändert sich mit der Option der Mystikerin. Die Items, die für die Verzauberung am interessantesten sind, haben 4 primäre Eigenschaften, von denen drei (oder alle vier) bereits aus gewünschten Eigenschaften bestehen.

Beispiel:

Seltene (gelbe) Einhandwaffe mit folgenden vier primären Eigenschaften:

  1. Schaden
  2. Mainstat
  3. Vitalität
  4. Bonus auf bestimmten Char-Skill

(Anmerkung: Crit Schaden kann auf seltenen Waffen nicht mehr auftreten.)

Während alle vier Eigenschaften brauchbar sind, fehlt etwas, das auf einer Waffe einfach vorhanden sein MUSS – ein Sockel.
Also gilt es abzuwägen, ob man auf Vitalität oder – was wahrscheinlicher ist – auf den Skillbonus verzichten kann. Diese Eigenschaft verzaubert man nun so lange, bis der Sockel angeboten wird.

Dies sollte nicht allzu lange dauern. Schwieriger wird es da schon bei Amuletten. Aufgrund der Fülle an Eigenschaften, die darauf auftreten können, sinkt natürlich die Wahrscheinlichkeit, beim Verzaubern die gewünschte zu erhalten.

Dennoch ist die Mystikerin die beste Ergänzung zum BoA-System. Sie hat zwar ihren Preis, ist aber nicht nur für diejenigen, die die letzten Prozente aus ihrem Char rausquetschen wollen, die allererste Anlaufstelle.

Tipp

Ich kann jedem nur ans Herz legen, so viel Gold wie möglich mit nach Reaper of Souls zu nehmen und in den verbleibenden Tagen bis zum Release kein Gold mehr in seine Chars zu investieren. Letztlich hat die Mystikerin auch gewisse Züge eines Casinos – und da kommt man bekanntlich immer ärmer heraus als man hineingegangen ist.

Zum anderen lohnen sich Upgrades vor dem Release einfach nicht. Auch wenn man in den letzten Tagen von D3 Classic damit vielleicht ein wenig schneller, besser, größer, toller ist. Ab Level 61 wird man Upgrades finden, die immer schnellerer, besserer, größerer und tollerer werden.

Und als letzte Anmerkung: Auch wenn es schön ist, dass ich meine gehorteten Edelsteine verkaufen kann, kauft bitte, bitte, keine Edelsteine – egal welcher Art, egal welcher Qualität. Ab Level 61 droppen Marquise-Edelsteine im Spiel. Es ist einfach rausgeschmissenes Gold und so wertvoll wie eine Diskusscheibe in der Fresse am eigenen Haaransatz.

All diese Anmerkungen finden natürlich nur auf jene Anwendung, die Reaper of Souls spielen werden. Denjenigen, die bei D3 Classic bleiben, muss ich nichts mehr erzählen.

In der in den nächsten Tagen erscheinenden zweiten Folge geht es dann um das Leveln von 60 bis 70 einschließlich einem kleinen Einblick in die Items, die uns dann begegnen werden.

DanaScully, 09.03.2014