Diablo 3: Ehemaliger CCO Rob Pardo über Fanerwartungen

Bild: Wikipedia, User: Joi CC BY 2.5

Alle Diablo 3 Spieler der letzten Jahre dürfte der Name Rob Pardo wohl ein Begriff sein. Er war der führende kreative Kopf hinter Diablo 3 und hat einige wesentliche Designentscheidungen getroffen. Der ehemalige Chief Creative Officer (CCO) hat Blizzard im Jahr 2014 verlassen und ist nun Teil des Bonfire-Teams. Dem gehört mittlerweile auch Joshua Mosqueira an, ebenfalls ein bekannter Name aus dem Diablo 3 Universum.

Rob Pardo war auch verantwortlich für die Einstellung von Jay Wilson. Er war begeistert von dessen Skills Kampf- und andere Spielszenen eindrucksvoll und wiederspielenswert in Szene zu setzen. Als Jay Wilson dann Chefentwickler von Diablo 3 wurde, hat dieser die ganzen Flames und Hates abbekommen als sich herausstellte, dass Diablo 3 KEIN aufgebohrtes Diablo 2 wurde. Schließlich nahm Jay Wilson 2013 seinen Hut.

In diesem Zusammenhang hat Rob Pardo nun in einem Interview mit G.I. Biz eingeräumt, dass Blizzards Kommunikation seinerzeit verbesserungsdürftig war.

Ultimately, you need to manage the community’s expectations from the moment your start talking about your game. I think that’s something we need to be really aware of. Right now, we’re pretty far off from having something we can talk about concretely from a product standpoint but I think once we get to that point, we’ll want to think about how we can set the right expectations. Because that can really hurt you when you get to the point of launching. It hurt Blizzard with Diablo III, it hurt Bungie with Destiny.

Übersetzung: Man muss auf jeden Fall die Erwartungen der Spielerschaft steuern und zwar in dem Moment wo man von dem Spiel zu reden beginnt. Ich denke das ist ein sehr wichtiger Punkt. Im Moment sind wir (für  eine neue Spieleentwicklung seitens Bonfire, Anm. der Red.) weit davon entfernt ein konkretes Produkt zu präsentieren, aber wenn wir da hinkommen müssen wir darüber nachdenken welche Erwartungen wir damit wecken und diese steuern. Das kann sonst wirklich gemein werden wenn das Produkt rauskommt. Das hat Diablo 3 beschädigt und auch Bungies Destiny.

 

Das ist eine interessante Einsicht von einem der es wissen muss. Wir haben alle mitbekommen wie gespalten die Community hinsichtlich Diablo 3 war und natürlich auch, wie sehnlich ein Nachfolger für Diablo 2 erwartet wurde. Da waren die einen die ein Diablo 2 mit besserer Grafik aber ohne dessen Fehler erwarteten, die anderen, denen das eher egal war und jene, die etwas Neues wollten. Hätte Blizzard seinerzeit rechtzeitig und deutlich kommuniziert wohin die Reise ging, wäre vielleicht einiges anders gelaufen. Davon abgesehen hatten viele Spieler das Gefühl, mindestens ein Jahr lang eine Beta-Version zu spielen.

Letztlich muss man aber auch sagen, dass Blizzard mit Diablo 3 neue Wege ging. Das war mit Sicherheit nicht die alleinige Entscheidung von Rob Pardo oder Jay Wilson. Da war die zunächst nicht kommunizierte Öffnung zum Konsolenmarkt hin – der übrigens deutlich größer ist als der PC-Spiele-Markt, da war das Auktionshaus, da war die Entscheidung Fortschritt hauptsächlich über Items zu generieren. Das alles floss in die Entwicklung von Diablo 3 ein, beeinflusste sich gegenseitig und unterschied sich sehr deutlich vom klassischen Diablo 2.

Was meint Ihr? Wäre Eure Einstellung zu Diablo 3 eine andere gewesen wenn Blizzard seinerzeit klar kommuniziert hätte oder war Euch das egal?

Andi - Staffie bei indiablo - mehr oder weniger freiwillig :D aus Stuttgart/Benztown

Alter: Wollt Ihr nicht wissen. Geschlecht: Wißt Ihr wenn Ihr Profile lesen könnt Hobbys: Viel zuviele und Diablo versteht sich Sonstiges: Ne Menge, da reicht der Platz nicht... Beruf: Leider nix mit Diablo 3 :)

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Comments
Knibbel
Ich hatte die Erwartung, dass es PvP/TvT in D3 gibt, was Blizzard auch so kommuniziert hatte. Als sie das nach laaaanger hinhalte-Zeit abgeschrieben hatten, hatte ich auch keine Motivation mehr D3 zu spielen.

Dabei ist Wettbewerb (sich gegen andere echte Spieler direkt zu messen) so wahnsinnig wichtig für die Spielergemeinschaft. Es muss ja nicht 100% ausgereift sein. Hearthstone verkaufen sie schließlich auch als E-Sports, obwohl das ein reines Zufall-basiertes Spiel ist. Aber es funktioniert. Die Leute spielen es, sie werden unterhalten und haben Ansporn der Beste zu sein.
Rotzundwasser
PoE hat auch nicht wirklich ein PvP. Geht zwar irgendwie, ist aber ähnlich schrottig wie bei D3. Vermutlich passt es einfach nicht, wenn man ein PVE Game macht. Und bei PoE sind die ganzen Multiplikatoren noch recht human gegenüber D3.
Im Prinzip muss man da 2 Spiele bauen. Die ganze PvE Skalierung geht so nicht. Kannst auch nicht Streetfighter und Shadows over Morder mergen.

Ging damals irgendwie - klar. Mit speziellem PvP Gear und so (gibt es auch bei PoE - spielt aber niemand). Aber nach heutigen Maßstäben würde das IMO nicht mehr funktionieren. Ein Dämonenjäger der sich unsichtbar und untreffbar machen kann mit ranged Attacks vs nen Barb - das kann nicht funktionieren.
Kann theoretisch schon klappen - aber dann als eigenes Spiel oder komplett eigener Modus. Aber ein komplett eigenes Spiel zu entwickeln kostet aktuell auch einfach 10x mehr als damals.

Ist dann nicht finanzierbar bei den heutigen Entwicklungskosten. Gibt es überhaupt ein aktuelles Hack'n Slash was wirklich beides bedient? Ich kenn keines.
InMemoriam
Aber es ging halt doch, anfangs. Da hattest du Barbs mit enorm viel life und lifereg und DHs, die nur mit viel Mühe dort durchkamen. Durch die kurze Dauer der Unsichtbarkeit konnte man gut abschätzen wo jemand nach dessen Ende etwa ist, ähnlich dem Desynch in D2 und dots kamen da eh durch. Rend, Haunt - alles tödlich für DHs.

Balancen hätte man das durchaus können - PvP only gear (je simpler, desto besser), Teams zulassen, einfaches Scoreboard, so als kleine Hommage an D2 evtl open world PvP zulassen wenn man sich schon nicht die Mühe machen will mehr als eine winzige Map zu entwickeln.. Ich denke die PvP-interessierte Community hat da auch einfach mehr erwartet aber es wurde immer und immer wieder kommuniziert, dass D3 rein PvE ist. Zudem das durch Aktionen, offiziell hieß es ja immer "We're thinking about it." - während das flavour of the month set wieder "doubled" wurde.

Ich finde es sehr schade. Auch wenn das PvP mit D2 nicht vergleichbar ist (das viell auch ein Faktor) hat es sich dynamisch und spannend gespielt. Umso mehr auf niedrigeren Level auf denen quasi nur statussticks verfügbar waren und nicht komplett op Legendary oder Seteffekte.

Es beißt sich, klar - die krassen Multiplikatoren und Effekte der PvE-Seite und PvP. Hätte man lösen können aber wenn Blizzard offensichtlich so gar keine Lust drauf hat auch diesen kleinen Teil der Spielerschaft zu bedienen verabschiedet sich der halt.

Kann man finanziell durchaus verstehen und D3 ist ja beileibe kein schlechtes Spiel aber die Zeiten zu denen ein Diablo jahrelang gefesselt hat sind wohl vorbei (looking at you D4 ).

€: Sorry, dass das wieder ein PvP Rant wurde
Rotzundwasser
Klar ging es mal. Aber IMO kannst Du ein PvE Spiel nicht wirklich weiterentwickeln, wenn auch PVP bedient werden soll. Anfangs gabs auch fast keine coolen Uniques/Legendaries.

Spezielles PVP Gear belegt genau das. Klar könnte man das machen - aber letzlich ist das ne Budgetfrage. Die einen wollen nur PvP, die (vermutlich große Mehrheit) PvE. Beides in einem Spiel - bei den heutigen Entwicklungskosten - rechnet sich dann nicht. PVP behindert die PvP Entwicklung, weil alle Skills und Effekte dann auch auf PvP gebalanced werden müssten. Mit komplett speziellen PvP Gear ists dann auch ein eigenes Spiel (und das Skillproblem ist trotzdem nicht gelöst).

Am ehesten ginge es noch so wie bei Tetris. 2 Spieler/Teams spielen PvE gegeneinander und schießen sich die "Lines" (hier halt Debuffs, Gegner/Elites usw) rüber.

IMO ist PvP hier nur ein nettes Addon - es ist ein Hack'n Slash und eben kein Streetfighter.
Beides geht nicht wirklich - ausser du führst halt irgendwelche Faktoren ein. Aber dann sinds am Ende die Faktoren die alles definieren.
That ship has sailed - IMO.
Ziger
Naja vor dem Release/zu Beginn haben sie ja gesagt dass sie ein richtig guten PvP-Modus machen wollen... Um auf Erwartungen zurückzukommen, wenn du sowas sagst wird dann auch was erwartet und nicht die billiglösung die sie gebracht haben.

PvP + PvE zusammen zu balancen ist natürlich für beides nicht ideal, aber gehen würde es schon/ ein leicht angepasstes Regelset für PvP wäre nicht soo schwer. D3 PvP war halt von anfang an tot weils halt billig umgesetzt wurde
TheSlayer
Wie ist der Vergleich mit WoW? Dort funktioniert das balancing für PVE und PVP.
Kann man das vergleichen, oder sind die Unterschiede bei Diablo zu extrem mit all den besonderen Skills?

Und ja, agree. Mir wäre zwar nie in den Sinn gekommen gutes PVP bei Diablo zu erwarten, aber wenn das vorher angekündigt wurde, ist es schon ziemlich lame es plötzlich rauszulassen, ja.
neithan02
PvP in d2 hat doch auch nur das Spiel zerstört, weil der Perfektionswahn den Boden für Duper und Botter bereitet hat.

Wenn man da mal durch die PVP Abteilungen der entsprechenden Gemeinschaften gegangen ist.. urgs
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