Diablo 3 Hardcore Der Harte Kern Nr. 7

Der Harte Kern – Teil 7

VERMÖGEN UND REAPER OF SOULS

Die Kolumne für HC-Spieler und solche, die es werden wollen



Hach, leider gehöre ich zu der großen Mehrheit, denen ein Blick durch die RoS-Beta-Brille bislang verwehrt geblieben ist. Doch seit der Ankündigung seitens Blizzard, die Pforten der Auktionshäuser am 18. März kommenden Jahres für immer zu schließen, versuche ich jeden Brocken zu erhaschen, der mir in irgend einer Form ermöglichen könnte, zumindest einen Teil meines hart erarbeiteten vermögens (absichtlich klein geschrieben) in die Expansion hinüberzuretten. Oder anders ausgedrückt: In welche Art von Items sollte ich mein Gold investieren? Oder sollte ich auch ohne Auktionshaus möglichst viel Gold ansammeln, um mir in RoS einen kleinen Vorteil zu verschaffen? Oder ist eh Hopfen und Malz verloren, wenn der nächste Patch an den Start geht?

TO CRAFT OR NOT TO CRAFT

In den Monaten vor der Ankündigung, die Auktionshäuser abzuschaffen, legte ich einen Teil meines Goldes in Crafting-Materialien an – insbesondere in Folianten der Geheimnisse, Schillernde Tränen und Feurige Schwefel. Die einem Tiefschlag gleichende Ernüchterung kam dann mit den ersten aus der Beta gewonnenen Erkenntnissen: Alle derzeitigen Craft-Mats werden in der Expansion so gut wie wertlos sein – zumindest per jetzigem Stand. Eigentlich wird so gut wie alles wertlos sein, das sich gegenwärtig in unserem Besitz befindet. Eventuell wird es die Möglichkeit eines Umtausches im Verhältnis 1:10 für Craft Mats geben. Das ist schon mal besser als nichts. Mal sehen, was uns die Open Beta noch an Erkenntnissen bringt.

ÜBERHAUPT NICHT EDEL

Und was ist mit Edelsteinen?! Edelsteine sollten doch eine hervorragende Investitionsmöglichkeit sein. Klein, handlich, stapelbar, wertstabil und bis zur zweithöchsten Stufe frei handelbar. Doch der Schlag mit dem Vorhammer mitten ins Gesicht sämtlicher Hoffnungen kam in Form einer scheinbar harmlosen Information von Betaspielern. Der seit Patch 1.07 höchste Edelstein „Marquise“ kann in der Expansion (zumindest zum gegenwärtigen Beta-Stand) im Game selbst droppen! So schnell kann man „Werteverfall“ gar nicht buchstabieren. Edelsteine zu horten ist also genauso sinnlos, wie das buchstäbliche Tragen von Strigidae und Tytonidae in die Hauptstadt Griechenlands.

Ich habe mich entschieden, meine gehorteten Craft Mats und hochwertigen Edelsteine schnell noch im AH zu verhökern. Nun bin ich zwar ein paar Milliönchen reicher, aber wozu? Ohne AH wird das Gold deutlich weniger wert sein. Zahlungsmittel der Zukunft wird sicherlich in Richtung neuer Craft Mats gehen – sofern die nicht alle Account Bound sind… Außerdem sind die gegenwärtig natürlich noch nicht erhätlich. Also bin ich der Antwort auf die eingangs gestellte Frage kein Stück näher gekommen.

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Was ist also die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest? Die (meisten) Ausrüstungsgegenstände werden durch Loot 2.0 und die Item Levels über 63 zu „Level-Equipment“ degradiert. Waffen-DPS über 3.000 und Stat-Boni von +700 lassen ein deutliches WoW-Expansion-Feeling aufkommen. Etwas, das es in dieser Deutlichkeit weder in Diablo 1 (Hellfire) noch in Diablo 2 (LoD) gegeben hat. Aber gibt es vielleicht doch den einen oder anderen Slot, der auch in der D3 Expansion noch mithalten können wird?


Was ich herauslesen konnte, so sollen Schmuck (Amulette und Ringe) und Handschuhe tatsächlich noch einen gewissen Restwert besitzen. Genauso Mempos – ich vermute jedoch, nur solche, die über eine erhöhte kritische Trefferchance verfügen. Alles andere wird durch droppende Items sehr schnell dem alten Eisen angehören. Insofern kann es sinnvoll sein, diese Items in den nächsten drei Monaten noch ins AH zu stellen. Auch wenn Gold nicht mehr die Handelsware Nummer Eins sein wird, so kann man meiner Meinung nach nie genug davon haben.

Obwohl ich keine wirklich befriedigende Antwort gefunden habe, so arrangiere ich mich mehr und mehr mit der Idee, einfach weiter Gold zu horten. Aber macht mich am Ende nicht dafür verantwortlich, wenn Ihr durch diesen Artikel auf das falsche Pferd gesetzt habt. In der nächsten Zeit wird an der Beta sicherlich noch viel rumgeschraubt. Erst recht, wenn sie in die Open-Phase geht. Und Loot 2.0 werden wir ja auch bald auf dem PTR-Server testen können.

SHARAGON

Eine weitere existenzielle Frage beschäftigt mich im Hinblick auf Paragon 2.0: Ist es sinnvoll, jetzt noch fleißig Levels zu sammeln – oder wird in RoS das Leveln ad absurdum geführt, da man dort zigmal so viel Exp in derselben Zeit bekommen wird? Dazu schraube ich kurz ein wenig zurück. Paragon 2.0 wird im Englischen gern mit „Sharagon“ bezeichnet, ein aus „Shared Paragon“ gebildetes Kofferwort, das sehr treffend das neue System beschreibt. Jeder Char wird mit dem Start von Paragon 2.0 ab Level 70 (bzw. ab Level 60, wenn RoS nicht installiert ist) weiterhin Paragon-Erfahrung sammeln. Diese ist aber nicht an den einzelnen Char gebunden, sondern an den gesamten Account. Das bedeutet natürlich, dass jeder Char ein und dasselbe Paragon-Level haben wird. Blizzard hat noch nicht entschieden, ob die gesammelte Paragon-Erfahrung von vorher bereits gestorbenen Chars mit in die Berechnung einfließen wird oder nicht. Sollte dies der Fall sein, gehe ich mit einem plvl von über 200 in die Expansion. Falls nicht, fange ich quasi bei Null an…

Zurück zur Frage. Nun, der Erfahrungsgewinn ist ob der höheren Monster-Levels spürbar höher, zumal sich die Monster-Levels stets an das des Chars anpassen. Allerdings – und hier kommt das große ALLERDINGS – kommt man bei weitem nicht so schnell voran wie aus D3 Classic gewöhnt. Die Monster sind heftiger, die Umgebung ungewohnt, die Ausrüstung noch auf altem Niveau. Bis man genauso entspannt seine gepflegten Runs in RoS machen kann, wird einige Zeit vergehen. (Siehe dazu auch diesen Artikel von Horst Schlemmer.) Man darf auch nicht vergessen, dass es das bekannte MP-System nicht mehr geben wird. Daher meine ganz klare Empfehlung: Jeder Erfahrungspunkt, den man jetzt noch mitnehmen kann, ist auf keinen Fall verschwendet! Es sei denn, Blizzard entscheidet sich, Paragon-Erfahrung von verstorbenen Chars nicht mit zu übernehmen und Ihr setzt diesen Char in den Sand, genauer gesagt, unter den Sand, auf dem er eben noch gewandelt ist. Dann hat man die sprichwörtliche Arschkarte gezogen. Ich bin da jedoch voll krass und spekuliere darauf, dass Blizzard ein Herz für Hardcore-Ripper wie mich hat. *Daumen drück*

Dazu jedoch noch eine abschließende Anmerkung: Das Leveln wird durch Sharagon meiner bescheidenden Meinung nach einiges an Reiz verlieren, da diese kleinen Belohnungen in Form eines Level-ups immer seltener werden. Zumal der Zugewinn jeweils recht gering ist, nämlich gerade mal ein läppischer Punkt, den man dann vorbestimmt in eine der fünf Kategorien investieren kann. Dennoch freue ich mich auf die Open Beta und bin gespannt, wie sich die neuen Systeme weiterentwickeln werden.

DAS LETZTE ZUM SCHLUSS



Da ich immer wieder mal davon lese oder höre, dass jemand seinen Char verloren hat, weil ein anderer Spieler (von der f-list) ungebeten ins eigene Spiel gekommen ist: Unbedingt die „Quick Join“ Funktion in den Einstellungen ausschalten! Diese ist unter Optionen – Kontakte – Schnellbeitritt zulassen zu finden. Andersrum gilt: Immer erst anfragen, bevor man sich in das Spiel eines anderen einklinkt.

Don’t RIP!

DanaScully, 02.12.2013

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