Diablo2 – Best time of my life

Ich habe mir mal Zeit genommen, eine Kolumne zu schreiben, und zwar über nichts Geringeres als Diablo2.

Zunächst zu mir: Ich bin 16 Jahre alt, habe zwei bis drei Jahre Diablo2 gespielt, bin aber nun seit einem Jahr nicht mehr im B.net gewesen. Ich habe ganz am Anfang im Singleplayer gespielt und später dann im Battle-Net zuerst viel PvM. Ich hatte eine 99er Amazone zu auf Level 99. Danach war ich in der Duellliga und später spielte ich low-Level PvP.

Nur zu gerne erinnere ich mach an meine Anfangszeit von Diablo2. Es war im Singleplayer Modus, mein Bruder und ich wechselten uns ab. Er hatte einen Barbaren und ich eine Amazone. Wir sahen uns gegenzeitig beim Spielen zu und feuerten uns an. Wir waren zwar so genannte „Newbies“ und hatten keine Ahnung von irgendwas, aber wir spielten… und wir spielten gerne und viel. Jeder kleine Schritt war ein Riesenerfolg. Die Freude war nahezu grenzenlos, als wir beispielsweiße das erste mal Andariel oder Radament geschafft hatten. Am liebsten hätten wir Tag und Nacht durchgespielt. Es war wirklich eine wunderschöne Zeit.

Dann kam das Battle-Net. Es war noch in jener Zeit, als man dort noch recht unkompliziert Freunde und nette Leute kennen lernte. Schnell war ich mit beim großen PvM Rennen auf 99 dabei. Ich brauchte allerdings viele, viele Anläufe mit diversen Charakteren. Nach langer Zeit (ca. ein Jahr Battle-Net) war es endlich vollbracht: Die Amazone wurde 99. Der Weg dahin, jedes Level-up, jeder neue Bogen und jede geschlachtete Kuh – es war einfach nur schöner Wahnsinn. Eine Zeit die ich niemals missen will.

Doch schon bald wurde mir klar, dass es das nicht gewesen sein kann. Darum entschied ich mich, zur Basis zurückzukehren und einfach wieder Diablo2 zu spielen. Mit meinem besten Freund im Battle-Net (sein Name war azad) spielte ich (mit mulen) das Spiel komplett durch. Es war wirklich sehr schwer (z.B. die Urahnen auf Hell) und oft brauchten wir viele Anläufe. Im Endeffekt gingen wir aber immer als Sieger hervor.
Es war einfach großartig, dieses unbeschreibliche Gefühl der Unbesiegbarkeit im Team, die diese Zeit zu dem machte, was sie für mich ist – eine der „schönsten Nebensächlichkeiten“ in meinem Leben.
Bald danach versuchten wir das ganze noch mal mit anderen Charakteren, doch es war einfach nicht dasselbe. Wir brachen im 2. Akt auf normal ab, weil es einfach „anders“ war. Es war einfach keine Herausforderung mehr, da wir schon wussten, dass wir in der Lage sind, es zu schaffen. Es war irgendwie kein neuer Anreiz mehr da, sondern nur eine Wiederholung.

Deshalb musste ich mir eine andere, neue Herausforderung suchen. Sie hieß schlichtweg PvP. Da ich im High Level chancenlos schien, entschied ich mich für Little-Wars. Im Single Level 29 PvP kam ich sogar in die Play-Offs und wurde Dritter. Die Community in Little-Wars war übrigens die Beste, die man sich nur vorstellen konnte. Man konnte über alles reden, von dem neuen Level 29 PvP Charakter bis hin zu ersten großen Liebe im Real Life.

Ich hatte es dann geschafft, einer der besten im low Level PvP zu werden. Ich entschied ich mich nun doch, mich dem high Level PvP zu widmen. Es begann das große Wettrüsten. Im Endeffekt ergatterte ich mir auch eine legit 60%ias 152%ed legit Rüstung mit verhältnismäßig hoher Defence.

Während dieser Zeit wurde das Battle Net immer „grauslicher“. Immer mehr „böse“ Stänkerer suchten es heim, deren Wortschatz nicht über „noob“ und „fu“ hinausreichten.
Das Dupen wurde populär und auch immer mehr Hacks und Bots kamen hinzu. Fast jeder hatte entweder einen Pindle/Mephi-Bot oder gedupte Items. Mit jedem Tag schien der Prozentsatz an Cheatern zu steigen. Auch ich hatte gegen Ende einen Pindlebot. Das ganze spielte sich gegen Ende von 1.09 ab. Warum ich das gemacht habe? Druck! Dies ist der einzig negative Aspekt des Spiels. Wenn man nicht aufpasst und sich zu sehr von Äußerlichkeiten beeinflussen lässt, setzt man sich zu schnell selbst unter Druck, um möglichst schnell seine Ziele zu erreichen. Und bamm – noch bevor man es realisiert, ist der eigentliche Spaß weg und es geht nur noch ums Siegen.

Jetzt, als Diablo2 „Distanzierter“ kann ich es auch nicht nachvollziehen, mir so etwas runtergeladen zu haben, das für mich den Spielspaß ersetzen sollte. Das war es auch, was mich letztlich dazu brachte, mit Diablo2 aufzuhören.

Ich wollte diesen Artikel eigentlich gleich nach meinem Aufhören schreiben, doch ich verfasste ihn erst jetzt, ca ein Jahr später, als ich Abstand von allem bekommen hatte. Jetzt aus Sicht des „Normalen“ und nicht mehr als „Diablo-Süchtler“ habe ich einen viel objektiveren Standpunkt zum Spiel. Und trotzdem muss ich feststellen, dass es nicht nur die Freude am Spiel an sich ist, sondern auch das schier „Unendliche“, dass Diablo2 einzigartig macht.

Wenn ich heute nun mal einige Lieder höre, muss ich immer wieder an die schönen Zeiten von Diablo2 denken (vor allem bei „Rainbow in the Sky“ und „Free“ von Starsplash), werde ich irgendwie etwas rührselig und mir kommen die Tränen, wenn ich an diese wunderschöne Zeit zurückdenke.

Als Resümee möchte ich mich hiermit bei Blizzard herzlichst bedanken für das beste Spiel das es jemals gegeben hat. Es wird nie übertroffen werden, zumindest nicht in meinem Herzen. Durch Diablo2 habe ich eine wirklich einzigartige Zeit erleben können, ein für mich bemerkenswerter Lebensabschnitt mit Höhen und Tiefen.

mfg Matthias/Schnatter… eher als Ranger bekannt.

Greetz an alle, die mich vielleicht noch kennen: azad (Darkealge), fabi (Darkhawk), abeforce, vegi, nataliC, reggaeraptor, blackwarrior, 7thSpirit und vielen mehr. Und alle die ich nicht erwähnt habe und sich angesprochen fühlen – auch Greetz an euch!