Infernale Maschine – heißes Endgame oder aufgewärmte Reste?

Diablo 3 Patch 1.0.5

Die Infernale Maschine kommt! Handelt es sich um den großen Befreiungsschlag oder um das letzte Hurra eines halbgaren Spiels? Wir nehmen die Ankündigung für euch unter die Lupe und spekulieren ein wenig darüber, was sich dahinter verbergen könnte.

Denn alles, was wir bislang über die Apparatur wissen, verdanken wir dieser beinahe schon kryptischen Information im Diablo 3 Community Blog:

Neues Spielereignis: Infernale Maschine

Die infernale Maschine ist eine Apparatur, durch die Spieler der Stufe 60 gegen Überversionen der berüchtigtsten Bosse Sanktuarios kämpfen können. Die zu erwartenden Belohnungen für das Besiegen dieser Bosse sind zwar gewaltig, allerdings muss die Maschine zuerst konstruiert werden.

Das klingt zunächst alles sehr bekannt – und zwar aus dem Vorgänger. In Diablo 2 ließ sich nach fleißiger Materialsuche ein Portal nach Übertristram konstruieren, wo in bekannter Umgebung die Aktbosse noch einmal warteten. Dafür winkte dann die ersehnte Höllenfeuerfackel als Questdrop. Überbosse? Check! Gewaltige Belohnung? Check!

Übertristam

Ein ganz normaler Montagmorgen im gemütlichen Städtchen Tristram.

Ähnliches erwartet uns jetzt wahrscheinlich auch wieder. Aber dennoch bleiben mehrere Fragen offen: Muss die Maschine in jedem Spiel neu gebaut werden? Oder nur einmal pro Charakter? Wo kann man die Teile finden – bei den Bossen oder zufällig bei allen Monstern? Sind sie über das Auktionshaus handelbar? Oder wird der Zusammenbau gar als richtige Quest gehandhabt?

Auf alle diese Fragen wird uns Blizzard wahrscheinlich in den nächsten Wochen Auskunft geben, um den Hype etwas anzuheizen. Die größte Frage aber bleibt bis zum Eintreffen des Patches offen: Macht es Spaß? Werden sich die Spieler von dem Konzept, zuerst auf eine Schnitzeljagd zu gehen, um dann dieselben bekannten Bosse wieder und wieder umzuhämmern, fesseln lassen?

  • Wenn die Maschine zu einfach ist, dann werden alle Spieler den neuen Loot abgrasen und dann wieder einmal nach neuen Herausforderungen schreien – und das sogar noch schneller als zuvor, weil das normale Spiel dank der Itemschwemme keine Herausforderung mehr bietet. Die Preise im Auktionshaus rauschen noch weiter in den Keller. Dann kann das Addon gar nicht schnell genug kommen.
  • Wenn aber die Bosse aus der Maschine so schwer sind, dass nur die Vielspieler damit etwas anfangen können, oder die Materialien zu schwer aufzutreiben sind, oder im Vergleich zum Aufwand zu wenig Belohnung dabei herausspringt, dann wird die Apparatur schnell zum ungeliebten und ungespielten Relikt.

„Wo sind meine EPIC ITAMZ?“

Ein Mittelweg muss also her. Aber wie soll der bei einer Spielerbasis hergestellt werden, in der die einen nur ein bisschen spielen wollen und andere professionell runnen? Schon die Schwierigkeiten dabei, Inferno „für alle richtig“ hinzubekommen, sprechen hier Bände. Im Endeffekt sollte also mal wieder folgender goldener Designgrundsatz gelten: „Easy to learn, hard to master„.

Im Klartext: Alle sollten in der Lage sein, die Maschine zu aktivieren und ein paar Erfolgserlebnisse zu sammeln – und nur wenige sollten in der Lage sein, sie bequem zu farmen. Nur dann wird der neue Patch wirklich mehr Langzeitspielspaß bringen.