Ist Diablo 2 tot?

Wenn man die Geschichte der PC-Spiele betrachtet, stößt man auf ein regelrechtes „Verfallsdatum“, was für diese zu gelten scheint. Viele sehen ein Spiel nach spätestens zwei Jahren als tot an. Tot. Erledigt. Nicht mehr zeitgemäß. Ein Spiel, das keiner mehr spielen möchte, weil es veraltet, schlecht oder schlicht uninteressant (geworden) ist. Mittlerweile ist es üblich, dass ein Spiel nach zwei Jahren, meist schon aber früher, Geschichte ist, weil ein Nachfolger erschienen ist, der „einfach besser ist“. Natürlich hängt es auch von Konkurrenz und Qualität ab, wann ein Spiel „tot“ ist.

Und damit kommen wir zu „unserem“ Spiel, Diablo 2. Diablo 2 ist mittlerweile ein Spiel auf einer immerhin schon fast viereinhalb Jahre alten Programmbasis (die Entwicklung begann Ende 1997, nach dem überraschenden Erfolg von Diablo), das vor zwei Jahren in die Läden kam, und dort manchmal immer noch zu finden ist, überraschenderweise jedoch meist kaum reduziert, was meiner Meinung nach immer noch einiges über die Qualität dieses Spiels aussagt. Diablo 2 war eines der meisterwarteten Spiele des Jahres 2000, und sein Verkaufserfolg trug dem Rechnung. Aber auch wenn letztes Jahr noch ein Erweiterungspack, „Diablo 2 – Lord of Destruction“, erschien, lässt sich nicht verleugnen, dass Diablo 2 mittlerweile ein altes Spiel ist.

Dennoch erhält die Diablo 2 Spielergemeinde, die Community, ständigen Zulauf. Das Spielprinzip von Diablo 2 ist nach wie vor fast einzigartig und genial, und obwohl es einige Versuche gab, mit fast 1:1 übernommenen Spielkonzepten, aber besserer Grafik, Spieler abzuziehen, hat sich Diablo 2 gegen diese Konkurrenten auf dem Genrethron behaupten können. Allgemein ist es die riesige Zahl von Fans, auch und gerade im Internet, die Diablo 2 am Leben erhalten.

Natürlich lässt nach so langer Zeit der Support von Herstellerseite für ein solches Spiel nach, und das, was bei jedem Spiel auftritt, bei manchen aber besonders ärgerlich ist, wird stärker: Cheating. Natürlich ist ein derart „schutzloses“ Spiel ein gefundenes Fressen nicht nur für jene, die ihr Können ausprobieren und nur um der Herausforderung willen das Sicherheitssystem überlisten wollen, sondern auch für die, die schnell bei einem Spiel zum „Erfolg“ kommen wollen. Auch wenn diese, vielleicht auch unbewusst mit solchen, mittlerweile als Kavaliersdelikt geltenden Cheats wie Maphack, Shop- oder Pindlebot, den Sterbeprozess beschleunigen, ist Diablo 2 nicht tot.

Und wird es auch nicht sein, bis ein Nachfolger erscheint.

Geschrieben von Deimos