Zocker, Händler, Kreative

Bei meinen Spielen im battle.net habe ich viele Leute kennen gelernt. Dabei hab ich immer wieder Typen getroffen, über die ich Lachen konnte, die genau meinen Spieltyp entsprachen oder deren Spielweise mir doch recht merkwürdig vorkam. Bei näherer Betrachtung habe ich nun festgestellt, dass man uns Diablo2-Spieler in ein paar Typen unterteilen kann.
Und genau das möchte ich nun einmal probieren.

Der Jäger
Er ist immer auf der Jagd nach Exp, also Erfahrungspunkten. Man trifft ihn immer nur in bestimmten Gebieten an, die es ihm ermöglichen möglichst viel Exp in möglichst kurzer Zeit zu sammeln. Quests sind für ihn nur störendes Beiwerk. Dass es einen 3. Akt mit Dschungel gibt, weiß er nur vom Hörensagen, denn der dritte Akt ist keine Gegend zum level’n.
Man erkennt einen Jäger daran, dass er sämtliche Gegenstände, welche die Monster fallen lassen, liegen lässt. Ein Aufsammeln und Verkaufen würde ja Zeit in Anspruch nehmen; Zeit, in der man nicht exp’en kann. Des weiteren spielt er grundsätzlich nur in 8-Player-Games. Denn nur so bekommt er möglichst viel Exp. Party ist ihm ein Fremdwort. Und sobald ein Spieler das Game verlässt, sucht auch er sich auch ein neues. 7-Player-Games geben einfach nicht genug Exp.
Da der typische Jäger es schon lange geschafft hat im Europe-Realm sowie auf den beiden Amerikanischen Realms in sämtlichen Ranglisten auf Platz 1 zu stehen, ist er nun dabei die asiatischen Ranglisten zu erobern.

Der Zocker
Man kann ihn häufig in den selben Gebieten wie den Jäger sehen. Allerdings immer erst, wenn der Jäger fertig ist. Dann ist die Stunde des Zockers gekommen. Flink läuft er die leergefegten Gegenden ab und sammelt alle Rüstungen und Stäbe auf. Denn er weiß genau was viel Geld bringt. Und viel Geld ist das was er braucht um seine Leidenschaft zu finanzieren. Sobald er wieder Geld zusammen hat, geht’s ab zu Elzix und Konsorten um sich wieder ausgiebigst dem Glückspiel zu widmen. Sein Ziel ist dabei nicht irgendetwas besonderes zu ergambeln. Es ist einfach die Spannung was er bekommt, die ihn treibt. Und egal ob er einen +1Licht Ring oder Goldhaut ergambelt. Es wird alles wieder verkauft um ein bisschen Geld für die nächste Runde Glücksspiel zusammen zu bekommen.

Der Händler
Er ist davon überzeugt das Diablo2 eigentlich eine Handelssimulation ist. Und daher ist es für ihn nur natürlich, jeden Gegenstand der irgendwo rumliegt einzusammeln und zu verkaufen. Das das Spieltempo darunter leidet ist nebensächlich. Denn der Händler weiß genau: Sogar eine rissige weiße Handaxt ist ein bisschen was Wert!
Das schlimmste was einem Händler passieren kann, ist ein Tod. Die Erfahrung, die er dabei ab Nightmare verliert ist dabei ganz egal. Aber das Verlust des vielen Geldes kann ihn ganz wahnsinnig machen. So ist das halt wenn die Kisten zu klein sind, um mehrere Millionen Goldmünzen aufzunehmen.
Das sich ein Händler in dein Spiel eingeklinkt hat, bekommst du sehr schnell mit. Denn kurze Zeit später erscheint die Meldung:

Fara, Charsi and Hartli (*NPCs) have left the Game.

Der Entdecker
Genau wie der Händler ist auch er ein weniger geeignetes Party-Mitglied für eine flotte Runde. Denn der beste Freund des Entdeckers ist seine Auto-Map. Und diese vollständig aufzudecken ist unabdingbar für ihn. Und so läuft der Entdecker in jeden kleinen Winkel und jede kleine Ecke. Nichts bleibt ihm verborgen. Ordnung muss halt sein.
Das komplette Überspringen eines Quests ist für ihn völlig unverständlich. Denn gerade hier liegt doch der wahre Spaß. Und so sieht man ihn munter durch den dritten Akt laufen und mit den Fetischen kämpfen.

Der Kreative
Du findest einen Speeramazone konservativ und einen Wurfaxt-Barbaren langweilig? Dann gehörst du sicherlich auch zur Gruppe der Kreativen.
Der Kreative spielt zum Beispiel gerne mit Necros die nur Gifttränke werfen. Das er dabei auch nach einem Monat noch versucht das erste Quest zu lösen stört ihn dabei nicht. Hauptsache keinen Einheitscharakter spielen, wie es ale tun. Sich abheben von der Masse hat absolute Priorität.
Das erklärte Ziel des Kreativen ist es, Mit einer reinen Faustkampf-Sorceress in den 4. Akt Hell zu kommen.

Der Player-Killer
Er ist bei vielen Spielern nicht sehr beliebt. Aber was kann er denn dafür, das die Monster alle zu schwach sind. Nur das Duell gibt ihm den richtigen Kick.
Daher stellt er, sobald er Level 9 erreicht hat, in jedem Spiel in das er kommt alle anderen Spieler auf hostile. Und da stört es ihn gar nicht, das die anderen dann eventuell 50 Level über ihm sind. Dank seiner überragenden Technik gewinnt er im Endeffekt doch immer. Da ihm die normalen Duelle inzwischen aber auch schon zu langweilig geworden sind, hat er Blizzard um eine Sondergenehmigung für seinen Level 1 Muli gebeten, das auch dieser schon Duelle machen darf.

Der Redsame
Mein besonderer Freund. Es ist schon schwer genug ihn aus dem Chat herauszubekommen. Sollte er dann aber trotzdem mal den Weg in ein Spiel gefunden haben, so spielt er grundsätzlich nur in Partys. Ansonsten bleibt er einfach in der Stadt stehen. Aber man muss ihn dabei auch verstehen. Wie soll er denn sonst alle Spieler mit dem neuesten Klatsch und Tratsch sowie vielen unwichtigen Informationen versorgen. Und daher läuft er immer in einer Bildschirmlänge Entfernung den anderen Leuten hinterher, und bleibt nur stehen, um schnell wieder was einzutippen.
Und probiert gar nicht erst den Knopf zum stumm stellen aus. Dieser hat schon lange aufgrund der niemals enden wollenden Textwüsten kapituliert.

Der Sammler
Er ist ein Spieler, der weniger durch seine beeindruckende Spielweise oder sein tollen Char auffällt, als vielmehr durch seine nicht enden wollenden Lager-Charaktere. Denn für den Sammler gibt es nichts schöneres, als diese ganzen grünen, gelben und goldenen Gegenstände. Und so kann man sich sicher sein, das wenn man im Spiel gefragt wird, ob man Cleglaws Klaue rein zufällig doppelt hätte, man einen Spieler der Gattung Sammler vor sich hat. Der Profi-Sammler hat indes die Sets schon lange komplett und auch die Unique Items sind ihm nicht fremd. Zur Zeit ist er grade dabei, alle möglichen rare Items zu sammeln. Hiervon gibt es zwar recht viele, aber dies ist ja eine echte Herausforderung.

Der HC’ler
Als letzten Typ begegnet man immer wieder dem typischen HC’ler. Der normale Modus hat für ihn schon lange seinen Reiz verloren. Erst das Risiko durch das endgültige Sterben des Chars sorgt bei ihm für Stimmung. Das er dabei schon so viele Chars verloren hat, dass er damit das Telefonbuch von Tokio an Namen übertreffen würde, ist ihm zwar bewusst, stört ihn aber nicht. Denn der Tot eines Chars bedeutet ja nur die Möglichkeit, den nächsten Char noch besser und effektiver zu spielen.

Nur ein Typ von Spieler ist mir eigentlich nie begegnet: Der Normale.
Ich denke mal jeder von Euch kann sich irgendwo dort oben wiederfinden. Gibt es denn dann einen normalen Spieler überhaupt? Und; was bedeutet denn dann eigentlich normal?
Aber vor allem:

Wer will denn schon normal sein?

In diesem Sinne wünsche ich euch allen viel Spaß beim Exp jagen, Items sammeln, oder Geld horten.
Hauptsache Ihr habt euren Spaß.

Cya in Hell/Hell !!

Ghul