Zur Lage der Nation

Ansprache des Präsidenten der Republik:

„Liebe Bürgerinnen und Bürger,
nun ist unsere Republik schon fast sechs Jahre alt. Und obwohl dies sicherlich einigen Anlass zu Feierlichkeiten böte, kann ich nicht sagen, dem Jubiläum mit Freude entgegenzusehen. Die allgemeine Lage ist, diese offenen Worte seien mir gestattet, nicht zum Besten.

Die Wirtschaftslage beispielsweise ist äußerst prekär. Die Deflation entwickelt sich zu einem immer stärkeren Problem, angeheizt von kriminellen Elementen, die massenhaft gefälschte Zahlungsmittel in Umlauf bringen. Dieser gravierenden Bedrohung stehen leider allerdings viele eher gleichgültig gegenüber und glauben, von den gesunkenen Preisen sogar noch zu profitieren! Die Verantwortlichen schaffen derweil ihren in Fremdwährungen erworbenen Reichtum fort. Wir alle, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, sollten diese gefährliche Entwicklung nicht unterschätzen.

Die allgemeine Lage im Lande hat zu einer massiven Auswanderung geführt, und leider sind es tragende Elemente der Gesellschaft, die uns verlassen. Zurück bleiben eine verbitterte ältere Generation und eine desillusionierte Jugend, die sich gegenseitig kaum verstehen und manchmal nicht einmal verständigen können. Ganze Landstriche sind wie entvölkert, während sich in anderen im Kampf um die besten Plätze sogar angeschrieen wird.

Aber nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Kultur hierzulande leidet ganz erheblich. Eine Verrohung von Sprache und Sitten hat eingesetzt, die das Fundament unserer gesamten Gesellschaft angreift. Die Jugend wächst mit einer unvollständigen, verballhornten Verhöhnung dessen auf, was wir einmal stolz unsere Sprache genannt haben. Betrug, Pöbeleien und Diebstahl sind zur Gewohnheit geworden. In unserem Lande hat eine gesamte Generation anscheinend ihren moralischen Kompass verloren, und wir alle, ja, wir alle müssen unseren Beitrag dazu leisten, sie wieder zu integrieren und ihnen Ziele aufzuzeigen! Aberglauben und Mythen setzen sich überall durch, und die Wissenschaften wie Mathematik und Statistik werden von vielen Bürgerinnen und Bürgern als überflüssig abgetan. Das Wettrennen um die besten Köpfe haben wir damit schon so gut wie verloren, meine Damen und Herren.

Obwohl also die Situation im Staate nicht sehr gut ist, habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Wir alle können etwas ändern. Ich möchte daher an Sie alle, meine lieben Mitbürgerinnen und Mitbürger, appellieren, zusammenzustehen und Zivilcourage zu zeigen. Zeigen Sie, dass Sie stolz auf ihr Land sind, und Ihr Land wird auf Sie stolz sein können. Sie würden einen sehr glücklichen nicht gewählten Präsidenten von Diablo-Zwo-Land aus mir machen.“