Spielbericht: Der Demon Hunter und die Beta

Auf dem Presseevent von Blizzard im Juli wurden nicht nur Auktionshaus und neues Skillsystem vorgestellt, sondern es war auch möglich zum ersten Mal die Beta zu spielen. In der Beta ist jeder der fünf Charaktere spielbar, was uns zudem die Gelegenheit gab den Demon Hunter anzutesten.

Diablo 3 DämonenjägerNachdem ich den Demon Hunter im Startbildschirm ausgesucht und das Spiel gestartet hatte, fiel mir als erstes auf, dass die vorher angesprochenen Einführungsvideos zu fehlen schienen. Das machte aber wenig, denn auf der Präsentation wurde uns schon das Einführungsvideo des männlichen Demon Hunters gezeigt, so dass ich Bescheid wusste, warum mein Charakter Demon Hunter ist und so war ich zumindest so ein bisschen in der Geschichte von ihm drin.

Die ersten Monster für meinen recht nackten Demon Hunter ließen nicht lange auf sich warten, denn nachdem ich dem vorgegebenen Weg ein bisschen gefolgt war, sah ich auch schon ein paar Zombies an einem Kadaver nagen. Wie es sich für einen Dämonenjäger gehört wurden sie mit Pfeil und Armbrust so gleich zurück in die Hölle geschickt. Auch die erste Quest, die Verteidigung von Neu Tristram, verlangte diablotypisch nicht viel von mir als Fernkämpfer ab, trotz dessen, dass ich das erste Mal ans Ende meiner Energie gekommen bin. Die ersten Schwierigkeiten bekam ich mit dem Demon HunterDiablo 3 Dämonenjäger tatsächlich erst, als die schnelleren Scavenger auftauchten. Es gestaltete sich ziemlich schwer die flinken Monster zu treffen, bevor sie einen erwischen konnten. Böse Zungen würden jetzt behaupten ich habe einfach nicht die richtigen Fähigkeiten ausgesucht um mit den kleinen Viechern fertig zu werden, was ich natürlich abstreiten würde, aber da sind wir auch schon beim nächsten Punkt, dem neuen Skillsystem in der Beta.

Was von Anfang an etwas knifflig und teilweise auch nervig war, war die Tatsache, dass man nur zwei Slots für Skills zur Verfügung hatte, zumal ein Slot quasi schon für den „Standard Skill“ (Hungering Arrow, welcher bei einen Treffer ab und an durchschlägt und weitere Monster trifft, sich also in etwa wie die Mischung aus Gelenkter Pfeil und Durchbohren verhält, und relativ wenig Energie kostet) belegt war. So gab es bei Level-ups zwar neue Fähigkeiten, doch benutzen konnte man sie nur, wenn man gleichzeitig auf eine andere Fähigkeit verzichtete. Dies führte in der Regel dazu, dass sie kurz angetestet wurden, geschaut wurde ob und wie sie in den eigenen Spielstil gepasst haben und sich dann entschieden wurde ob man sie weiterhin benutzt oder nicht; allerdings haben auch neue Situationen bzw. neue Monster ab und an ein Umdenken bei den Skills erfordert. Diablo 3 BarbarSehr schöne Beispiele hierfür sind der Bola Shot und der Entangling Shot. Der Entangling Shot, welcher hauptsächlich die Gegner verlangsamt, macht zu Anfang bei den äußerst langsamen Monstern einfach keinen Sinn, sobald man allerdings weiter im Spiel vorrankommt und es auch einmal Gegner gibt, die schneller sind als man selber, überlegt man es sich noch einmal, ihn wieder ins Repertoire zu holen. Der Bola Shot hingegen, der sich an Gegner heftet und dort nach einer gewissen Zeit explodiert, musste bei mir Platz machen für den Skill „Grenades“. Grund war, dass ich mit dem Bola Shot einfach nicht die Monster traf, die ich treffen wollte, weil sich entweder immer ein Monster davor warf oder aber ein Grabstein oder Stuhl etc. im Weg war. Es war also schon etwas verzwickt die richtigen Skills immer rechtzeitig parat bzw. auch ausgesucht zu haben.

Eine weitere ungewohnte Neuerung war die geteilte Energiekugel, die sich zum einen in den für Angriffsfähigkeiten gebrauchten „Hass“ und zum anderen in die für eher defensive Skills benötigte „Disziplin“ aufteilte. Hass hatte die Eigenschaft, sich relativ schnell zu regenerieren, wohingegen Disziplin sich eher langsam wieder auffüllte. Zwar sind durch die Teilung beide Energien etwas schlechter im Blick zu behalten, da sie dadurch nicht mehr so groß sind, wie ihre Pendants der anderen Charakterklassen, und natürlich unterschiedlich verbraucht werden bzw. sich unterschiedlich wieder auffüllen, aber ich gewöhnte mich ziemlich schnell daran, zumal die Farben beider Energiequellen auch sehr unterschiedlich sind.

Der Demonenjäger an sich spielt sich zwar größtenteils wie ein typischer Fernkämpfer in Diablo, aber gerade die nicht zu übersehenden Einflüsse der Assassine aus Diablo 2 geben ihm den letzten dunklen Touch, welcher ihn einzigartig zu spielen macht. So ist es zwar immer besser gewesen mit dem Demon Hunter auf Abstand zu den Monstern zu sein um seine Fernkampfskills zu nutzen, doch sollten die Gegner einmal zu nahe kommen, so konnte man sich auf Fähigkeiten wie „Evasive Fire“ (ein Nahkampfschuss, der Schaden verursacht, aber hauptsächlich dazu dient um wieder auf Abstand zu kommen), „Vault“ oder „Fan of Knives“ verlassen. Jemand, auf den ich mich auch verlassen konnte, war mein Templer, welcher im späteren Spielverlauf zu mir stieß und mit an meiner Seite kämpfte. Als etwas schwerer Melee-Kämpfer hielt er mir tankender Weise die Monster ganz gut vom Leib, so dass ich aus der hinteren Reihe die Feinde erledigen konnte. Auch beim Endkampf gegen den Skeleton King war er sehr hilfreich und band die vom Skeleton King herbeibeschworenen Monster gut an sich, auch wenn er das ein oder andere Mal den Löffel abgegeben hatte und es mich in die ein oder andere brenzlige Situation gebracht hatte, als auf einmal die Monsterhorden auf mich zugestürmt kamen.

Diablo 3 Wizard
Alles in allem war die Beta sehr stimmig und trotz der Neuerungen kam sofort das alte Diablogefühl wieder auf. Sachen wie der Couldron of Jordan, mit dem man Gegenstände überall verkaufen kann oder auch der Nephalem Cube und das daran hängende Craftsystem fügen sich sehr gut ins Spiel ein. Die Quest sind gut designt und es wurde, auch gerade durch die „Lore-Books“, etwas mehr Wert auf die Story gelegt. Der Demon Hunter lässt sich gerade durch die Fernkämpfer untypischen Fertigkeiten sehr gut spielen und man hat auch Spaß dabei. Die häufig gezogenen Vergleiche eines Hybrids von Amazone und Assassine sind nicht von ungefähr, denn müsste man das Spielgefühl beschreiben, wäre die Mischung aus Amazone und Assassine sicherlich nicht verkehrt. Dennoch liegt das Hauptaugenmerk des Dämonenjägers auf dem Fernkampf.

Einziger Wermutstropfen: Die Beta kommt etwas kurz daher und mit maximal Level 9 beim Besiegen vom Skeleton King ist zu bezweifeln, ob man wirklich alle Neuerungen so testen kann, wie man es sich vielleicht gewünscht hätte.