Activision Blizzard minus 800 plus X

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Wie bereits vor zwei Tagen angekündigt hat Activision Blizzard seine Restrukturierungspläne in Angriff genommen. Wie immer bei Restrukturierungen müssen ein paar Leute gehen – in diesem Fall ganze 800 Personen denen die Verträge gekündigt wurden. Das ist in vielen Rechtsordnungen recht leicht möglich, in den USA besonders leicht („hire and fire“).

800 Menschen müssen gehen

800 Menschen, das sind rund 8% aller Beschäftigten bei Activision Blizzard. Das Personalkarussel bei Blizzard dreht sich sowieso heftig. Gerade erst seit dem Herbst im Amt, hat die neue CFO von Blizzard Entertainment, Amrita Ahujaa, das Unternehmen verlassen und einen neuen Job außerhalb von Blizzard und Activision angetreten. Und auch der CFO Spencer Neumann musste gehen. Erstaunlich, wenn man daran denkt dass Activision Blizzard im Jahr 2018 ein Rekordergebnis erzielt hatte. Andererseits, der Abbau von rund 8% aller Stellen spart sicherlich Kosten. Aber an der richtigen Stelle? Bereits im Dezember wurden 100 Stellen in Irland gestrichen (Customer Service). Übrigens sollen alle Betroffenen sozialverträglich, jedenfalls nach US-amerikanischen Massstäben, abgefunden werden.

Entwicklungsabteilungen nicht betroffen

Immerhin, nach einem Bericht von kotaku.com sagte Bobby Kotick, der CEO von Activision Blizzard, dass die Entwicklungsabteilungen von den Stellenstreichungen nicht betroffen seien. Kein Wunder, hinkt Blizzard mit der Veröffentlichung neuer Titel oder dem Auffrischen älterer Titel deutlich hinterher. Kotick sagte hier, man wolle rund 20% mehr Stellen in diesen Bereichen schaffen.

Schlechte Informationspolitik

Wir Spieler sind es nicht anders gewohnt, dass Blizzard oder Activision Blizzard uns nichts mitteilt was bereits in trockenen Tüchern ist. Aber die Beschäftigten haben selbst keine bzw. kaum eine Vorwarnung erhalten. Von einem Tag auf den anderen (gestern) standen sie auf der Strasse. Darüber beklagen sich die (Ex-)Mitarbeiter vermutlich zurecht. Gleichzeitig entspricht es dem Modell vieler US-amerikanischer Firmen die auf diese Weise einem vorzeitigen Angestelltenschwund, vor allem jener die man eigentlich gerne halten möchte, begegnen wollen.

Auf der anderen Seite wirft man das Geld zum Fenster hinaus…

Nach einem anderen Bericht wurde ein neuer CFO für Activision Blizzard im letzten Herbst angestellt, nämlich Dennis Durkin. Nach Quellen des Wirtschaftsinformationsdienstes Bloomberg bekam der neue CFO ein 15-Millionen-Aktienpaket im Januar … on top zu einem Jahresgehalt von 900.000 Dollar. Das ist wirklich nur schwer verständlich. Selbst für ein Schmerzensgeld für diese sicherlich schwierige Position ist das sehr sehr viel.

Wie auch immer, Activision Blizzard wird gründlich umgekrempelt. Ob sich das für uns Spieler lohnt werden wir die nächsten Monate und Jahre sehen. Bobby Kotick lag wenigstens damit richtig die Entwickler-Teams zu fördern um möglichst bald was Spielbares auf den Markt bringen zu können. Denn warten müssen wir Spieler nun schon lange genug warten.

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