Schoss Blizzard beim Massenbann über das Ziel hinaus?

InternetcafeFür den kürzlichen Massenbann von 350.000 Accounts in Diablo und StarCraft kam Blizzards hauseigene Cheat Protection Warden zum Einsatz. Damit Warden effektiv funktioniert, unterhält Blizzard ein spezielles Hacks Team. Dieses analysiert bekannte Cheats und Hacks und füttert Warden mit Informationen zu deren Erkennung. Findet Warden beim Scan auf dem PC zu Hause entsprechende Übereinstimmungen, wird der Account und der damit verbundene CD-Key zum Bann vorgesehen und im Nachgang erfolgt später der eigentliche Bann. Soviel zur Theorie.

Uns hat jetzt eine anonyme e-Mail erreicht, die auf den Bann unschuldiger Accounts und CD-Keys hinweisen könnte. Die e-Mail stammt angeblich von einem IT-Supporter, der mit seinem Team Europaweit Internetcafes betreut, auf dessen PCs sich unter anderem Diablo-Installationen befinden. Diese PCs seien in der Regel so gut geschützt, dass nur das Supporter-Team Zugriff darauf hat, um Software-Installationen durchzuführen.

Das Problem an der sache liegt darin; dass für JEDE installierte Version ein Original Key von Blizzard Entertainment incl. Lizenz vorliegt, desweiteren sind die Rechner vor Fremdzugriff bzw. Manipulation an Festplatten bzw. Verzeichnissen geschützt und werden regelmässig von mir und meinen Mitarbeitern auf Sicherheitslücken überprüft.

Kurzform: es KANN nicht gecheatet / gebottet oder Dateien verändert werden da sich 3rd Partyprogramme weder downloaden noch entpacken oder installieren lassen.

Der Massenbann zöge sich Europaweit durch die Internetcafes der Kette und soll damit die Betreiber als auch die Supporter in arge Schwierigkeiten gebracht haben.

Nachdem ich dann meine Mitarbeiter alle aus ihrem verdienten Feierabend geholt hatte machten wir uns auf den weg in die Verschiedenen Spielstätten die Probleme mit Diablo 2 gemeldet hatten. Auf dem weg dorthin kamen vom Büro aus noch ein weiterer Anruf aus der Zentrale der Spielstätten, wonach in einem Münchner Internetcafe der Kette mit 38 Installierten Diablo 2 Versionen ALLE gebannt wurden.

Aber das sei erst der Anfang der Tragödie gewesen. Recherchen sollen ergeben haben, dass an den Rechnern keinerlei Manipulationen vorgenommen worden seien. Noch während der laufenden Tests vor Ort seien weitere Accounts gebannt worden, auch die eben erst angelegten Test-Accounts.

Kurz nach beendigung des Gespräches klingelte erneut mein Telefon mit einem schnaubenden Vorgesetzen der mich frage warum ihn nachts x Betriebe anrufen dass ihre EDV nicht richtig funktioniere und sich Kunden massenhaft beschwerten und ihr geld für die Internetnutzung zurückverlangten.

Die Nerven beim Support-Team seien noch weiter strapaziert worden. Sie sollten aus der mehr als prekären Situation noch längst nicht entlassen werden.

Nach mehrfachen E-mail und Telefonanfragen an den Technischen Support von Blizzard konnte mir niemand sagen was da los war bzw. warum das ganze. Das einzige was man mir sagte war dass die CD-Key Bans permanent wären und nicht rückgängig gemacht werden könnten.

Der Schaden beliefe sich derzeit auf mehrere tausend Euro für die Spielhallenkette, wobei die finanziellen Aufwände für die Beschwerden und Rückerstattungen der Internetgebühren noch nicht einberechnet seien. Zu allem Überfluss und allem Frust seien jetzt auch die Jobs des Supporter-Teams in Gefahr, da Manipulationen der PCs durch Dritte nicht nachgewiesen werden konnten, man aber einen Schuldigen für die Misere suche.

Abseits von diesem Szenario gibt es aus der Community viele Meldungen, dass jetzt auch Accounts und CD-Keys gesperrt wurden, nur durch Mehrfachnutzung von Accounts über eine IP-Adresse. Diese Konstellation ist mit der Infrastruktur von Internetcafes vergleichbar. Normalerweise führt dieses Verhalten aber nur zu temporären Einschränkungen, doch diesesmal scheint es permanente Banns gegeben zu haben.

Blizzards Massenbann könnte damit unbeabsichtigt schwerwiegende Folgen für die IT-Supporter haben. Wir wissen natürlich nicht, ob die PCs der Internetcafes manipuliert waren oder nicht. Wir wissen aber aus Erfahrung, dass keine Software hundertprozentig fehlerfrei ist. Warden wird hier keine Ausnahme sein. Blizzard hat zum Massenbann bis auf die Nachricht in den Battle.net-News bisher keine offizielle Stellungnahme abgegeben.

Uns interessiert nun eure Meinung über die schwierige Situation des IT-Dienstleisters. Was würdet ihr in einer solchen Lage tun? Welche Erfahrungen habt ihr mit Internetcafes? Wie sicher sind die Rechner dort wirklich? Hat der Massenbann diesmal tatsächlich viele Unschuldige getroffen?

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